OLDENBURG VfB-Torjäger Sebastian Ghasemi-Nobakht kann sich bei Stadion-Platzwart Klaus Steenemann bedanken. Letzterer ist nämlich mitverantwortlich dafür, dass seine knallharten Freistöße zuletzt regelmäßig genau in den Giebel des Tor-Gehäuses geflogen sind und nicht etwa am Querbalken landeten.

Grund: Nachdem bei Germania Dattenfeld (Oberliga Nordrhein) eine Torhöhe von nur 2,27 Metern – immerhin 17 Zentimeter zu wenig – festgestellt worden war, nahm die Sportredaktion der NWZ zusammen mit Steenemann Maß. Und mit 2,44 Metern entspricht die Torhöhe exakt den Richtlinien des Fußball-Weltverbandes Fifa.

Schon vor der Aktion war sich der Platzwart absolut sicher, dass es bei den Maßen nichts auszusetzen gibt: „Wir kontrollieren das regelmäßig. Da das Gehäuse nicht fest im Boden verankert ist, und die Tore zwischendurch wegen anderer Veranstaltungen immer wieder herausgenommen werden, ist eine ständige Kontrolle gewährleistet“, erklärt Steenemann.

In offizieller Mission wurde zuletzt in der Saison 2001/2002 vor der UI-Cup-Partie des Bundesligisten Werder Bremen gegen den KAA Gent (2:3) im Marschwegstadion gemessen. „Der englische Schiedsrichter Halsey kam vor dem Spiel zu mir und fragte, ob die Torhöhe dem Regelwerk entspricht. Wir haben gemessen und alles war in Ordnung“, erinnert sich Steenemann.

Derweil kann sich auch Niedersachsenligist VfL Oldenburg bei Platzwart Jens Krey nicht beschweren. Nur ein knapper Zentimeter fehlt den VfL-Toren, um die geforderten 2,44 Meter zu erreichen. „Zuletzt wurde bei dem Bau des neuen Kunstrasens Anfang des Jahres gemessen. Da wir einen fest installierten Torrahmen haben, kontrollieren wir die Höhe aber nicht regelmäßig“, so Krey, der jahrelang selbst als Keeper aktiv war. Vor diesem Hintergrund meint der VfL-Platzwart, dass auf einigen „Dorfplätzen“ die Maße nicht korrekt seien. „Man hat als Torwart Rituale, wie zum Beispiel die Arme vor Beginn des Spiels in Richtung Latte zu strecken. Wenn man dann plötzlich problemlos herankommt, denkt man schon, dass es nicht die korrekte Höhe sein kann.“

Horst Rickels, Spielausschuss-Vorsitzender des NFV-Kreises Oldenburg-Stadt und Schiedsrichter, sind ähnliche Vorfälle nicht bekannt. Er zeigt allerdings die Möglichkeiten auf, die das Schiedsrichtergespann bei der Feststellung einer nicht korrekten Torhöhe besitzt: „Der Heimmannschaft muss eine gewisse Zeit gewährt werden, einen korrekten Zustand wiederherzustellen. Ist sie dazu nicht in der Lage, hat der Unparteiische die Möglichkeit, das Spiel abzusagen. Er kann es allerdings auch anpfeifen.“

Die Tor-Maße

Die Unterkante der Querlatte ist nach dem Regelwerk des Weltfußballverbandes (Fifa) und des Deutschen Fußball-Verbandes (DFB) 2,44 m vom Boden entfernt. Der Abstand zwischen den Innenkanten der Pfosten beträgt 7,32 m.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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