Oldenburg Die Vorfreude ist groß, die Anspannung wächst von Tag zu Tag: Vier Athletinnen und ein Athlet vom DSC Oldenburg vertreten ihren Verein und die Stadt an diesem Wochenende bei der Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaft in Rostock. So unterschiedlich die Disziplinen sind, in denen sie an den Start gehen, so verschieden sind die Erwartungen der fünf Qualifizierten. Doch alle eint ein Ziel: Sie wollen zufrieden mit sich selbst aus Rostock zurückkehren.

„Ich will in den Endkampf“, sagt Speerwerferin Fenja Mager. Es sind nur fünf Worte, aber es ist klar herauszuhören, dass dies kein Wunschdenken ist, sondern der persönliche Mindestanspruch einer Athletin, die sich zu einer echten Meisterschaftswerferin entwickelt hat. Auf Landesebene hat sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gab: Winterwurfmeisterin U 20, Freiluftmeisterin U 20, und dazu kam auch noch der Frauen-Titel.

2012 wurde sie bei der Jugend-DM in der U 18 Achte. Als Achte der Jahresbestenliste startet sie nun auch in der U 20. Sehr früh in der Saison erzielte sie ihre Bestleistung von 45,39 Metern. Den letzten Feinschliff hat sie sich noch einmal bei einer Trainingseinheit bei der Landestrainerin in Hannover verpasst. „Ich war überrascht, wie gut es in diesem Training lief“, sagt sie.

Allen Jugendlichen ist klar, wie stark diese DM besetzt ist und dass oft Kleinigkeiten über eine gute Leistung oder eine vordere Platzierung entscheiden. Stabhochspringerin Friedelinde Petershofen kann sich noch gut an die Titelkämpfe vor einem Jahr erinnern. Damals wurde die Oldenburgerin im U-18-Wettbewerb Achte mit 3,65 Metern. Mit exakt dieser Höhe, aber weniger Fehlversuchen wurde die Silbermedaille vergeben.

„Friedelinde hat sich gegenüber 2012 verbessert, allerdings ist das noch nicht an ihrer Jahresbestleistung abzulesen – aber wir hoffen, dass in Rostock der Knoten platzt“, sagt Coach Martin Hillebrecht. Bei der Jugend-DM unterm Hallendach sprang Petershofen als Dritte 3,90 Meter, als Freiluftbestleistung stehen 3,81 Meter zu Buche, die Platz vier in der deutschen Jahresbestenliste der U 20 bedeuten.

In Desiree Singh (LG Lippe-Süd, 4,20 Meter) und Franziska Kappes (Bayer Leverkusen, 4,05 Meter) stehen die beiden deutschen Starterinnen der gerade in Italien zu Ende gegangenen U-20-Europameisterschaften an der Spitze der Meldeliste. Die Springerinnen von Platz drei (3,85) bis acht (3,75) liegen nur zehn Zentimeter auseinander – gerade im Stabhochsprung ist da alles möglich.

In Anne Hochwald steht in Rostock eine Läuferin am Start, die bis vor wenigen Wochen noch nicht daran denken konnte, bei einer Bahnveranstaltung wieder die Spikes schnüren zu können.

2011 war sie schon bei der Jugend-DM in Jena dabei und belegte in der U 18 über 1500 Meter Hindernis Platz neun, bevor Fußbeschwerden eine lange Wettkampfpause erzwangen. Die Zeit überbrückte Hochwald mit Alternativtraining auf dem Fahrrad, im Wasser und mit Hallentraining.

Gleich im ersten Wettkampf qualifizierte sie sich über 3000 Meter mit 10:16,50 Minuten bei einem Abendsportfest im Marschwegstadion für den U-20-Wettbewerb bei der DM. Mit der Leistung nimmt sie einen Mittelfeldplatz unter den 22 gemeldeten Läuferinnen ein.

Julian Hartung schrammte vor einem Jahr nur hauchdünn an einem Finalplatz im B-Endlauf der Jugend-DM über 400 Meter der U 18 vorbei. Dieser Klasse gehört er auch noch in diesem Jahr an – natürlich will er versuchen, seine Bestzeit von 50,93 Sekunden zu steigern. Das wird für eine Endlaufteilnahme auch nötig sein. „Ich glaube nicht, dass es bei der Teilnehmerzahl von 23 Läufern zwei Endläufe geben wird“, blickt Hartung etwas skeptisch voraus. Sechs Langsprinter blieben bisher unter 50 Sekunden. Dahinter ballt sich ein Zehnerfeld mit 50er-Zeiten, darunter befindet sich auch der Oldenburger.

In letzter Sekunde (besser gesagt: Hundertstelsekunde) ist Marie-Anna Dunkhase auf den DM-Zug aufgesprungen. Über die 100 Meter Hürden qualifizierte sie sich mit 14,66 Sekunden (gefordert waren als Norm 14,70) am Tag des Meldeschlusses für Rostock. „Der Lauf in Berlin ist mir so leicht gefallen, ich glaube, da ist noch mehr drin“, gibt Dunkhase, die mit der Zeit Vierte bei der Nordwestdeutschen Meisterschaft der U 18 in der Hauptstadt geworden war, ihre Zielsetzung selbst vor. 30 Läuferinnen sind gemeldet, davon blieben schon sechs unter 14 Sekunden.

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