Oldenburg Ohne Jobsorgen war Christoph Stahmer vermutlich schon vorher, dank seiner Berufswahl. Jetzt dürfte er die ganz große Auswahl haben. Das liegt an seiner Vita. Bis vor kurzem hat sich der 21-Jährige um die Ampeln in der Stadt gekümmert – für seinen Ausbildungsbetrieb Kurt Jähnig. In diesen Tagen ist der Systemelektroniker Finalist der Deutschen Meisterschaft im E-Handwerk – als Einziger aus Oldenburg. Aus dem gesamten Nordwesten ist nur ein weiterer Kandidat dabei: Martin Schulz, Elektrotechniker für Energie- und Gebäudetechnik aus Goldenstedt.

Stahmer misst sich zwei Tage lang im Bundestechnologiezentrum (BFE) an der Donnerschweer Straße mit den besten Gesellen Deutschlands – denn mit seinem Superabschluss, als Kammersieger und Niedersachsen-Meister, ist er einer von ihnen. In allen sieben Elektronikberufen werden die Deutschen Meister gesucht und am späten Sonnabend in der Weser-Ems-Halle feierlich gekürt – im Beisein des Schirmherrn, des ABB-Vorstandsvorsitzenden Hans-Georg Krabbe.

Über seine Ausbildung und zur Ermunterung für Nachahmer sagt der Systemelektroniker: „Wer Spaß hat am Basteln und elektronischen Sachen und – wie in meinem Fall – für die Arbeit an Ampel- und Schrankensteuerungen auch gerne an der frischen Luft ist, für den ist das genau das Richtige.“ Für Stahmer war es das nach seinem Realschulabschluss an der Oberschule Alexanderstraße. Jetzt besucht der beste Systemelektroniker Niedersachsens die Technikerschule an der Ehnernstraße. Sein Ziel: „Als Techniker in einer höheren Position zu arbeiten, vielleicht in der Projektplanung.“

Für jedes der sieben E-Handwerks-Berufsbilder – vier Elektronikberufe, Systemelektroniker und zwei Informationselektronikberufe – gibt es eigene, praxisnahe Aufgaben im Finale. Stahmer muss eine Steuerung für einen Lastenfahrstuhl verdrahten, die Sicherheitssteuerung programmieren, in Betrieb nehmen und dazu noch die Lichtschranke anfertigen. Einer der Bewerter kennt diese Stresssituation bestens: Jürgen Diers (56) war 1980 selber Bundessieger – auch er hatte bei Jähnig gelernt.

Ob Stahmer hier gewinnt, ist aber nicht entscheidend. „Hier gilt das Dabeisein schon als Sieg“, sagt BFE-Direktor Thorsten Janßen. „Denn die, die jetzt hier sind, das ist die bundesweite Elite aus 2015, das ist für jeden ein Riesenerfolg und auch für den Lebenslauf klasse.“

An heutige Schüler appelliert Janßen, sich „spannende und oft hochinnovative handwerkliche Berufsbilder ernsthaft anzuschauen und hinter die Kulissen zu blicken“.

Traditionell ist das BFE (Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik), das bundesweit als einziges Institut alle fünf Meisterberufe ausbildet, Gastgeber des Finales. Veranstalter ist der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Günter Knaupmeier, BFE-Vorstandsvorsitzender und Elektro-Innungs-Vorstand, sagte am Freitag: „Wir setzen uns gerne dafür ein, dass junge Menschen ihr berufliches Können zeigen. Berufliche Bildung und Weiterbildung sind der Schlüssel zum Erfolg.“ Das BFE mit seinen Dozenten und Ausbildern begleite diesen Weg mit extrem hoher Motivation und tollen Ergebnissen.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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