OLDENBURG Mit gemischten Gefühlen blickt Frank Claaßen auf seine Entlassung als Trainer des Fußball-Oberligisten SV Meppen zurück. Am Mittwochabend hatte der Vorstand des Traditionsclubs – wie berichtet – auf die sportliche Talfahrt der vor der Saison hoch gehandelten Oberliga-Elf reagiert und nicht nur den Sportlichen Leiter Reinhold Tattermusch durch Rainer Persike ersetzt. Der SVM trennte sich auch von Claaßen. Dieser hatte erst zu Saisonbeginn das Zepter von Hubert Hüring übernommen.

„Natürlich ist das nicht schön, zumal mir das als Trainer das erste Mal widerfahren ist, andererseits hält sich die Enttäuschung auch in Grenzen“, schildert der Ex-Coach des Oberliga-Rivalen VfL Oldenburg seine Gemütslage.

Claaßen, der am Mittwoch lediglich telefonisch von Geschäftsführer Hermann Plagge über seine Demission unterrichtet wurde, trug sich bereits vor einigen Wochen schon mit Rücktrittsgedanken herum.

„Als Oldenburger hast du es grundsätzlich schwer im Emsland“, erläutert der 42-Jährige. „Es gab eine ganz klare Gruppenbildung gegen uns Oldenburger, von Beginn an praktisch null Kredit.“

Zwar übernahm Claaßen die „Verantwortung für die viel zu geringe Punkteausbeute“, sieht aber auch eine klare Mitschuld bei den SVM-Verantwortlichen. Mit dem Verweis auf fehlende finanzielle Mittel seien seine Wünsche nach personellen Verstärkungen abgeschmettert worden. „Mit dem aktuellen Kader waren wir nie ein Kandidat für die ersten fünf Oberliga-Plätze“, meint Claaßen.

So versuchte sich der Trainer bis in die Winterpause zu retten, wurde vom Vorstand sogar noch mit der Suche nach Verstärkungen für die Rückserie betraut. „Meine Kontakte wurden ausgenutzt, obwohl die Trennung wohl schon länger geplant war“, ist sich Claaßen sicher. So wurde der Oldenburger bereits bei Ex-Spielern des VfB Oldenburg wie Andreas Mayer oder Robert Littmann sowie dem Ex-Meppener Publikumsliebling Rene Wessels vorstellig.

Die 0:1-Heimniederlage des Tabellenzehnten im letzten Spiel des Jahres – ausgerechnet gegen den auswärts bis dahin sieglosen VfL Oldenburg – brachte das Fass jedoch nicht nur bei den wütenden und enttäuschten Fans des SVM zum Überlaufen.

Claaßen wird seine neu gewonnene Freizeit nun nutzen, um die A-Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund zu erwerben; außerdem schwebt ihm eine Hospitanz bei einem ausländischen Club vor.

Derweil ist auch der Verbleib einiger zu Saisonbeginn mit Claaßen vom VfL zum SVM gewechselte Oldenburger in Meppen unklar. So gilt es als sicher, dass Stürmer Cüneyt Özkan den Verein in der Winterpause wieder verlassen wird. Was etwa aus Sebastian Ferrulli, Aaron Thalmann oder Co-Trainer Ulf Kliche wird, vermochte auch Claaßen am Freitag noch nicht einzuschätzen.

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