Bayerisch Eisenstein Sechs Jahre nach ihrem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon in Oberhof hat sich Sylvia Hoppe von den Oldenburger Schützen am vergangenen Wochenende in Bayerisch Eisenstein ihren Titel zurückgeholt. Trotz eines schlechteren Schießergebnisses kam sie im Massenstart 55 Sekunden vor Dauerrivalin Ivana Kruijff vom SV Ruhige Hand Bliesmengen-Bolchen ins Ziel.

„2013 hatte ich den Titel abgegeben, 2018 holte ich ihn mir wieder zurück – welch erquickendes, freudiges Gefühl“, frohlockte Hoppe nach ihrem Triumph, bei dem sie mit einem Vorsprung von 70 Metern zum ersten Liegendschießen gekommen war. Während ihre Konkurrentin nur einmal das Ziel verfehlte, musste die Oldenburgerin zweimal in die Strafrunde. Damit hatte Hoppe einen kleinen Rückstand aufzuholen und schaffte das auch, so dass die beiden Favoritinnen Schulter an Schulter zum zweiten Schießen liefen.

Hier gelang Hoppe ein perfekter Durchgang, während Kruijff erneut einmal patzte. Nun war die Oldenburgerin die Gejagte. „Beflügelt und glücklich über mein Ergebnis rannte ich die Berge hoch, so schnell es ging zum ersten Stehendschießen, wo ich mir allerdings zwei Fehler leistete. Jetzt durfte ich mir keinen weiteren Patzer leisten“, umschrieb Hoppe ihr Gefühl nach dem dritten Schießen.

Es sollte aber anders kommen. Sie traf beim letzten Anschlag nur einmal, während Kruijff wiederum eine Scheibe stehen ließ. „Die Tränen der Verzweiflung schossen mir in die Augen. Die vier Strafrunden rannte ich wie ein Wiesel – Iwana dabei im Nacken.“

Am Ende schaffte es Hoppe, die Saarländerin zu distanzieren. „Ich flitzte den Asphalt entlang, angefeuert vom Publikum, den Steigungen entgegen, stöhnend den Berg hinauf und dann endlich die ersehnte Bergabstrecke zum Ziel“, beschreibt die neue Deutsche Meisterin ihre letzten Meter vor dem Triumph.

Am Vortag hatte sich noch Kruijff nach einem packenden Zweikampf über die Sprintdistanz durchgesetzt, weil sie sich nur einen Fehlschuss geleistet hatte, während Hoppe gleich sechsmal patzte. Das war zu viel, um es auf der drei Kilometer langen Laufstrecke noch wettzumachen.

Da war die Oldenburgerin wieder einmal an ihren Nerven gescheitert, war aber dennoch froh, dass es zu Silber gereicht hatte. „Kein noch so komplexes Training simuliert den Reiz eines Wettkampftages“, meinte Hoppe. Sie versuche immer wieder, ruhig und gelassen vorzugehen, doch bei der DM habe sie wieder „die Panik“ verfolgt. Die Nachricht, dass sie mit 39 Sekunden Rückstand hinter Rivalin Kruijff Silber geholt hatte, sei „erlösend“ gewesen – das folgende DM-Gold dann sowieso.

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