Oldenburg Spannend, unterhaltsam und klug dargebracht waren die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Bürgerfelder Turnerbundes (BTB), des mit über 4000 Mitgliedern zweitgrößten Turnvereins Oldenburgs.

Klug deswegen, weil die offiziellen Reden zeitlich auf ein angenehmes Minimum beschränkt wurden. So gab es viel Zeit und Raum für sportliche und tänzerische Darbietungen in der von Tanja Schumacher liebevoll dekorierten Spielhalle des Sportzentrums.

Die „120 Dezibel Big Band“ des Herbartgymnasiums unter der Leitung von Klemens Schnaß sorgte für musikalische Klasse. Ohne einzelne Solisten hervorzuheben – doch die Gesangsleistungen von Judith Kramer und Helene Stenzel waren herausragend.

Jürgens Carstens (Vorsitzender des BTB) gab bei der Begrüßung einen kurzen Einblick in die Gegenwart mit einem kleinen Schlenker in die Vergangenheit. „Am 1. Juni 1892 haben 22 junge Männer den Verein gegründet“, so Carstens. Inzwischen seien rund 60 Hauptamtliche und 100 Übungsleiter für den BTB im Einsatz. Erst 1909 gab es eine Frauenabteilung und 1913 eine Mädchenabteilung.

Renè Schack, freischaffender Schauspieler, führte souverän durchs Programm. Mal als Frosch, mal als Hase. Oder als Affe, der noch etwas gespielt unsicher war, wie denn nun wohl der Oberbürgermeister von Oldenburg heißt. Dieser konnte sich ihm dann in seiner Rede mit Jürgen Krogmann vorstellen. „Der BTB ist ein gutes Stück Oldenburg“, lobte der Amtsträger die Verdienste des Traditionsvereins um die Gesundheit seiner Mitglieder und versprach, auch weiterhin den Verein zu unterstützen.

Mit turnerischer und tänzerischer Leichtigkeit hüpften, schwebten, schwangen und sprangen zeitweise über 100 Akteure, Akrobaten und Tänzerinnen gleichzeitig durch die bis auf den letzten Platz gefüllte Halle. Man konnte sehen, dass „Rhythmische Sportgymnastik“ weiblich ist.

Außer bei der Show „Turnen 1892 bis heute“: Dort traten über 20 „gestandene Mannsbilder“ im gesetzten Alter auf und zeigten, unterstützt von strammer Marschmusik, Glanzleistungen turnerischen Balletts.

Soulsängerin Esther Filly verkörpert den „Ridstyle“ (to rid – sich freimachen und lösen). Für sie ist es kein Problem, nahezu 100 Akteure im Sportzentrum des BTB aus verschiedenen Tanz- und Turngruppen „zusammen zu trommeln“ und eine hinreißende Show abzulegen.

Der Vizepräsident des Niedersächsischen Turnerbundes (NTB), Lutz Alefsen, beendete seine Rede mit einem gekonnten Purzelbaum. „Der ist gefährdet“, meinte der Vater von fünf Kindern, weil immer häufiger digitale Ablenkungen den Nachwuchs von sportlichen Aktivitäten fernhalten.

Der Vorsitzende des Stadtsportbundes (SSB), Dr. Gero Büsselmann, betonte, dass immer wieder auf den Wert einer Mitgliedschaft im Sportverein hingewiesen werden müsse. „Nach außen muss man sich immer wieder erklären, hier beim BTB nicht“, meinte Büsselmann. „Genauso wichtig ist das Wir-Gefühl, das soziale Miteinander.“

Der SSB-Vorsitzende übergab für jedes Jahr des Bestehens einen Euro an Carstens; zudem Ehrungen und Medaillen von SSB und NTB. Viel Zeit nahm ein Interview, das Inge Tschorn-Werner mit Cornelia Löber und Peter Laackmann, ehemalige Vorsitzende des BTB, führte.

Der Festakt, wie ihn der BTB zeigte, könnte Vorbildcharakter für andere offizielle Feierlichkeiten sein. Inhaltlich wohl dosiert und man zeigt einfach, was man kann.


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