Oldenburg Die Jugendtheatertage in Oldenburg sind eröffnet! Zum Auftakt sorgten am Sonnabend die beiden Produktionen „Curtain Call“ und „Bombsong“ für eine ausverkaufte Exerzierhalle. Zehn Monate lang hatten sich die Jugendclubs des Oldenburgischen Staatstheaters auf diese Premieren vorbereitet.

Den Anfang machte „Curtain Call“, was soviel bedeutet wie „Ruf des Vorhangs“. Das Schauspiel ist unter der Leitung von Till Wiebel, der sein freiwilliges kulturelles Jahr am Staatstheater absolviert, und Schauspieler Denis Larisch entstanden, dessen Handschrift man deutlich erkennt.

Denn das selbst entwickelte Stück spielt mit der zarten Entrücktheit eines „Crusoe“, mit unbarmherziger Tristesse und Stille. Eingefrorene Szenen zügeln das Tempo dieses sehr bunten Treibens, das eine nostalgische Zirkuswelt beschreibt.

Fakten und Daten

Mitwirkende in „Curtain Call“ sind Johanna Amelsberg, Paris Deuter, Lukas Enrico Ganem, Sofie Gauger, Julia Gohe, Lisa Hancke, Karolin Haupt, Lina Hillmann, Simon Kramer, Lili Sahin, Magnus Schnitzer, Jonte Schröder

In „Bombsong“ spielen Anne Hochartz, Swantje Holfort, Marlene Ickert, Katharina Jäger, Nora Kelschebach, Jöran Lücke, Kay-Jana Marienfeld, Janne Nold, Kian Panahi, Hansen Pradana, Carlotta Rölleke, Erik Schumacher

An diesem Montag geht es so weiter: Jugendtheater Rollentausch mit „Go Future III“, 18 Uhr. Herbartgymnasium mit „Eine Odyssee“, 20 Uhr, Exerzierhalle

Die Jugendtheatertage laufen bis zum 11. Juli. Jugendtheatergruppen aus der Region zeigen sich auf der Bühne der Exerzierhalle am Pferdemarkt, unter anderem klassisches oder zeitgenössisches Theater und eigene Stücke. Tickets an der Theaterkasse oder Tel. 222 51 11

    www. staatstheater.de

Zwischen übergroßen Figuren von Tiger, Elefant und Strauß finden sich Artisten in den schönsten Kostümen ein. Und doch wirken sie in der Manege aus Sägespänen irgendwie fehl am Platz. Dem Jungen im roten Kleid gelingt statt süßem Lächeln nur eine Grimasse, der Gewichtheber stemmt lieber einen Kuchen in den Ofen und der singende Tanzbär grunzt wie ein Schwein. „Curtain Call“ ist ein irrer, skurriler Spaß, zuweilen albern, zuweilen voller Poesie, Musik und wunderschöner Bilder.

Die zweite Premiere des Abends, „Bombsong“ von Thea Dorn, ist eigentlich der Monolog einer Selbstmordattentäterin, die angewidert vom Luxus in ihrem roten Köfferchen eine Bombe trägt. Unter der Leitung von Dramaturgin Catharina Hartmann, Schauspieler Henner Momann und Tänzer Felix Berner hat der Jugendclub daraus ein bewegendes Tanztheater gebaut.

Unisono gekleidet in schwarz-weiß treten die jungen Leute als Gruppe auf, die mit einer Stimme spricht. „Wenn du keine Mauern hast, gegen die du rennen kannst, gehst du kaputt“, sagen die, die alles haben: Freiheit, Frieden, Wohlstand. „Leben in einer Hüpfburg“ nennen sie das.

Tanz, Sprache und Videoeinspielungen greifen in „Bombsong“ schön ineinander. So verlagern die jungen Akteure ihren Kriegspfad gegen Dekadenz und Langeweile auf eine künstlerische Ebene von hohem Niveau.

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