EVERSTEN Wie zarte, leise Tropfen fallen die Töne von Simon Linnés Laute im „Prelude“ von John Dowland. Und die Gamben der „King’s Strings“ (Julia Vetö und Claire Bracher) entfalten mit ihren silbern schimmernden Klängen in Christopher Simpsons „Prelude and Divisions upon a Ground in e minor“ eine melodisch erfindungsreiche, kunstvoll variierte Klangwelt.

Kein Volk der Welt, hatte Simpson 1659 geschrieben, könne sich mit den Engländern in der Instrumentalmusik messen. Selbstbewusstes Zeichen einer in dieser Zeit hoch stehenden weltlichen Musikkultur, die sich auf der Insel im Rahmen des früh entstehenden Bürgertums entwickeln konnte. In der Ansgari-Kirche würdigten die „King's Strings“ nun diese Blütezeit englischer Musikkultur, indem sie ihr Programm mit Musik um 1650 mit englischen Komponisten füllten.

In solchen uralten Werken demonstrierten die drei auf Originalinstrumenten musizierenden Instrumentalisten der „King's Strings“ ebenso ihr hohes inhaltliches Verständnis wie eine beeindruckende Spieltechnik. Die Gambistinnen etwa zeigten dies in den zugänglichen und melodienreichen, dabei erstaunlich innovativ wirkenden Duos von Matthew Lockes „Suite in c“, oder auch in Auszügen aus Marin Marais' „Pièces de Viole“. Simon Linné ließ sich nicht nur als ausdrucksstarker, technisch souveräner Interpret von Solowerken (auch in der Suite h-Moll für Theorbe von Robert de Visée) hören, sondern ebenso als feinfühliger Begleiter.

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Etwa in Liedern John Dowlands, die Magid El-Bushra als Countertenor der „King's Strings“ mit seiner leichten und strukturierten Stimme präsentierte. Die langen, fließenden Melodiebögen von „Flow my Tears“ – von den drei Instrumentalisten effektvoll untermalt – ließ er ebenso wie das zauberhafte „Can she excuse my wrongs“ biegsam und in langen Linien strömen. Im Jubelgesang von Dietrich Buxtehudes Kantate „Jubilate Deo“ klang die Stimme dynamisch zwar zurückgenommen, dabei aber feinsinnig und konturiert.

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