Oldenburg Die Musik in Oldenburg spielt nicht nur in ihren großen Klangstätten: Staatstheater, Weser-Ems-Halle und Kulturetage. Sie tönt mindestens ebenso laut und vernehmlich in den Clubs dieser Stadt.

Und in der bunten Vielfalt, die im „Amadeus“, „Litfaß“, „Cadillac“, „Tränke“, „Alhambra“ oder auf andere kleinen Bühnen zu erleben ist, findet sich oft erstaunlich Qualitatives. Wie es zum Beispiel am Wochenende im „Charly’s“ an der Wallstraße zu erleben war.

Denn John Hayes ist nicht irgendein unbekannter Saitenquäler, nein, der in den Niederlanden lebende Amerikaner besetzt seit 1992 den Posten des Chefgitarristen bei der Funk-Rock-Supergruppe Mothers Finest. In dieser Funktion ist er an große Hallen und Stadien gewöhnt – „doch in den kleinen Clubs geht mir das Herz auf“, gestand er in Oldenburg. Mit seinem John Hayes Project geht er darum regelmäßig auf Tournee und hinterlässt begeisterte Zuhörer.

Der Grund: Zwar ist die Musik des Gitarristen zunächst tief verwurzelt in der Funk-Tradition von Mothers Finest und ähnlichen Bands. Hayes als Solist aber erweitert dieses rhythmische Grundkonzept um Rap, Hardrock, Blues und psychedelische Elemente. Aus den Verstärkern tönt dann einmal ein deftiger, dann wieder gefühlvoller und in jedem Fall tanzbarer Stilmix, der unverkennbar John Hayes ist.

Die knapp 80 Gäste im „Charly’s“ hatten Spaß an diesem Konzert, das fast ein kleines Jubiläum war: Seit zehn Jahren bereits besucht Hayes regelmäßig den kleinen Club in Oldenburg, diesmal begleitet von Jacob Pasanea (Bass) und Stevie Alphenaar (Schlagzeug). Vor diesen zuverlässigen Rhythmus-Produzenten konnte Hayes seine bekannten Songs wie „Say what u want“, „We both been used“ oder „Leave me alone“ ebenso frei weiterentwickeln wie neues Material (z.B. „Kiss ass sex“) ausprobieren – und selbst der Wunsch einer Zuhörerin nach dem alten Miracles-Hit „Mickey’s monkey“ wurde problemlos erfüllt.

Die unmittelbare Nähe zum Publikum inspirierte John Hayes zu außergewöhnlichen Interpretationen seiner Lieder. Erst nach weit über zwei Stunden war das Jubiläumskonzert vorbei. Keine Sekunde davon war zu viel gewesen.


     www.johnhayes.nl 
Klaus Fricke
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