OLDENBURG „Jetzt kommt ein Lied auf Gälisch – wundert euch nicht, wenn ihr nichts versteht.“ Anne Wylie fasst vorweg den Inhalt zusammen. Böser Mann will Frau heiraten, da er sie für reich hält. Frau wiederum ist tatsächlich bettelarm, aber davon beeindruckt, dass Mann immerhin ein eigenes Schiff besitzt. Sie heiraten.

„Da musste man sich erst Mal mit abfinden, da in Irland die Scheidung erst seit 15 Jahren erlaubt ist.“ 1997 wurde das Scheidungsverbot aufgehoben, nachdem 1995 im Referendum eine knappe Mehrheit der Iren für die Aufhebung stimmte.

Wylie wirkt wie eine bodenständige Elfe – eine Sagengestalt. Würde sie traditionellen Folk singen, wäre ihre Stimme eine unter vielen – wenn auch auf sehr hohem Niveau. Aber die komplexen, verjazzten Arrangements machen die Musik zu etwas Besonderem, Einzigartigen. Ihr Gesang ist hoch emotional und dabei völlig frei von Kitsch und Pathos.

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Folkelemente bringt die Irin Wylie ein durch ihre Bouzouki und Tinwhistle. Auf dieser spielt sie dann doch eher typisch irische Melodieläufe. Gemeinsam mit ihrer dreiköpfigen Band kreiert sie aber eine treibende, kraftvolle Musiklandschaft, die mit jazzigen und elektronikartigen Klängen experimentiert.

Henrik Mumm fährt mehrere Tieftöner auf – darunter Kontrabass, sechssaitiger Bass und Cello. Er erinnert mit seinem ausdrucksstarken, akzentuierten Spiel an den großen Eberhard Weber, der etwa in den 80er Jahren kongenial auf mehreren Kate-Bush-Produktionen zu hören war. Das Klavier-Spiel von Maike Mohr hat einen Hauch von Tori Amos.

Es handelt sich aber eben keineswegs um Epigonen. Auch wenn die Musik den Geist von Bush und Amos atmet, liefert das Quartett etwas völlig Eigenständiges. Die geistige Verwandtschaft zu Bush besteht auch mehr im Aufbrechen von Traditionen. Vervollständigt wird das Quartett durch den raffiniert-dynamischen Perkussionisten Markus Faller.

Das nahezu ausverkaufte Theater Laboratorium erweist sich als besondere Spielstätte und überzeugt durch gute Akustik. Und das Publikum? Das zeigt sich restlos begeistert von einem ungewöhnlichen Quartett, das manchen mit der Erwartung an traditionellen „Irish Folk“ in die Irre geführt haben mag.

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