OLDENBURG Geräuschvoll zieht Joachim Masannek seine Nase hoch und deutet ein Spucken an: „Ihr wisst doch, was die chinesische Rotzfahne ist, oder? Meine Lektorin wollte den Begriff nämlich streichen lassen.“

Masannek muss die Begeisterung der rund 150 Mädchen und Jungen der fünften Klasse der IGS Kreyenbrück nicht mühsam gewinnen. Mit seiner lockeren und bisweilen schnodderigen Art zieht er die Kinder am Montagvormittag im Kinosaal des Casablanca sofort in seinen Bann. Der renommierte Kinderbuchautor und Regisseur hat mit der Buchreihe „Die Wilden Kerle“ über 4,5 Millionen Leser und mit der Verfilmung der Titel neun Millionen Zuschauer erreicht.

„Dass Joachim Masannek für das Kibum-Vorab-Programm gewonnen werden konnte, ist ein toller Erfolg“, berichtet Regina Peters, Projektleiterin der Kibum (Kinderbuchmesse). Nach der Lesung im Kino setzt der Schriftsteller sich am Montagnachmittag und am Dienstag in der Freizeitstätte Kreyenbrück in einer Drehbuch- und Filmwerkstatt mit den Schülern auseinander.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Peters erklärt: „Mit Projekten wie diesen kann die Lese- und Sprachförderung nachhaltig werden.“ Bis zur Kibum im Herbst werden die Kinder weiterhin professionell durch den Schauspieler Ulf Goerges und die Medienpädagogin Nadine Brinkmann sowie per Internet durch Joachim Masannek selbst betreut.

Spezial: Weitere Berichte zur Literatur im Nordwesten Das Vergnügen ist jedoch nicht einseitig, betont der Autor. „Ich will wissen, was die Kinder denken. Die Gespräche mit Kindern sind die Quelle für meine Arbeit“, erzählt der 50-jährige Vater von drei Kindern. Seine beiden großen Söhne seien seine wichtigsten Kritiker. Vor dreieinhalb Wochen sei auch noch eine kleine Tochter hinzugekommen. Selbstironisch berichtet Masannek von Schattenseiten des Vaterlebens und dem Grund, warum er vor diesem Termin kaum Schlaf bekommen hat: „Kennt ihr den Science-Fiction-Film ?,Alien‘? Wisst ihr, wie das Monster schreit? Genau so ist es mit meiner Tochter: Erst schreit sie ganz süß, dann kommt so etwas Metallisches hinzu, bis es dann klingt wie bei einer Kreissäge.“ Munter plaudert er weiter aus dem Nähkästchen, schildert Missgeschicke von den Dreharbeiten der Wilde-Kerle-Reihe und verrät, wie er zu seiner neuen Buchidee gekommen ist. Masannek kritisiert, dass viele Figuren in der Kinderliteratur „wie eingefroren“ seien und sich nicht weiterentwickeln könnten, doch „Kinder haben nur ein Ziel: größer und erwachsener werden, damit sie tun können, was sie wollen.“ Genau das würden nämlich Piraten können, leitet Masannek zu seiner neuen Buchreihe, den Honky Tonk Pirates, über. Die Reihe spielt in der Karibik: Dort treffen der furchtlose Waisenjunge Will und seine Freunde auf gefährliche Seeräuber und die schöne Piratentochter „Honky Tonk Hannah“. Mit den schulterlangen Haaren und einem Amulett um den Hals könnte Masannek selbst einer seiner Geschichten entsprungen sein. Auch seine Visitenkarte ist kein schnödes Stück Papier, sondern eine mit seinen Kontaktdaten geprägte Münze mit Totenkopf – wie es sich für einen echten Piraten gehört.

Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.