OLDENBURG Der skandinavische Dramatiker Henrik Ibsen (1828-1906) hat „Peer Gynt“ als Gedicht angelegt. Es gilt als eines über die Menschheit im allgemeinen. Denn dieser Peer Gynt „ist ein Mensch wie du und ich – nur vielleicht mutiger, seine schlechten Seiten auszuleben“, formuliert Schauspieler Vincent Doddema. Er spielt den Peer Gynt in dem gleichnamigen Projekt, das nun Premiere in der Exerzierhalle feiert.

Projekt? „Wir haben die klassische Situation – also Regisseur und Schauspieler – aufgehoben“, erläutert Projekt-Mitglied Konstantin Bock, der an Mischpult und Kamera live zu erleben sein wird. Zum Team gehört ferner K.D. Schmidt, der in „Peer Gynt“ nicht als leitender Regisseur fungiert, sondern an der Seite von Doddema und Anna Steffens spielt. Lediglich Ausstatterin Alin Pilan, die ebenfalls an der Idee mitwirkte, tritt nicht auf.

In diesem Team sei Szene für Szene entstanden „mit einer Überflutung der Theatermaschinerie, die wir aber offen legen“, erklärt Bock. So sei eine Szene als Hörspiel angelegt, eine andere als Puppenspiel, eine dritte als Live-Video, eine vierte als Lesung und so fort. „So vielfältig wie die Welten des Peer Gynt sind, so vielfältig sind unsere theatralen Formen“, sagt Konstantin Bock, der für das Staatstheater zum Beispiel „The best sex I`ve ever had“ inszenierte.

Die Bühne ist so einfach wie ungewöhnlich. „Sie lebt von ihrer Umdrehung“, erläutert Bock. Einer Arena gleich sitzt das Publikum auf drei Seiten. Gespielt wird auf der Zuschauer-Tribüne. „Peer Gynt kommt da nicht raus“, beschreibt Vincent Doddema den exponierten Raum: „Ständig steht er unter Beobachtung.“

Henrik Ibsen beschrieb 1876 in „Peer Gynt“ seine damaligen norwegischen Landsleute. Vincent Doddema spielt einen heutigen Menschen, „dem man auf der Straße begegnen könnte“, sagt er. Sympathisch mache Peer Gynt, dass er immer bestrebt sei, weiter zu kommen, besser zu werden: „Er will er selbst sein – wenn auch auf eine extreme Art“.

Peer Gynt ist ein Aufschneider und Egoist, der sich in Halbwahrheiten verliert, der Trollen begegnet, der sein Leben brutal rettet, als er zu ertrinken droht. „Peer Gynt ist gut im Geschichten Erzählen“, sagt Konstantin Bock: „Und wir erzählen jetzt seine mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.“

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