EVERSTEN Ein berühmter Mann war er einst, dieser Antonio Caldara. Am habsburgischen Hof belieferte er seinen musikliebenden Monarchen Karl VI. mit immer neuen Kompositionen, beeinflusste mit seinen Werken das Musikleben am Beginn des 18. Jahrhunderts weit über Wien hinaus.

Geblieben ist vom Ruhm nicht viel, die Werke des Barockkomponisten sind heute selten zu hören. Eigenartig angesichts solcher Klänge, wie sie nun in St. Ansgari präsentiert wurden. Dort ließ Kantor Johannes von Hoff gemeinsam mit den Instrumentalisten von „La Dolcezza“ und einem Ansgari-Vokalensemble Musik Caldaras erklingen.

Gerade Chor und Solisten zeigten in der „Missa dolorosa“, wofür Caldara einst gerühmt wurde: Über lange Abschnitte hinweg entspannt der Komponist meisterlich seine aufwendigen kontrapunktischen Künste. Der Chor in Ansgari – klein besetzt und stimmlich hoch stehend – gestaltete diese Musik trotz ihrer Komplexität nachvollziehbar: Innere Dynamik, akzentuierte Linienführung und eine immer wieder belüftete Klangkultur ließen gerade auch die fugierten Elemente transparent und feinsinnig erklingen.

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Trotz aller Kunstfertigkeit – kopflastig ist Caldaras Messe in keinem Moment. Dafür sorgt als Gegenpol eine zugängliche, manchmal geradezu volkstümlich liedhafte Melodik. Zu hören etwa in den umfangreichen Solopartien, die von Annette Pritschow (Sopran), Christiane Hohensee (Alt), Marco Pritschow (Tenor) und Martin Herrmann (Bass) aus dem Chor heraus gesungen wurden. Klar und dezent, dabei jeweils stimmlich prägnant und berückend ausdrucksstark, passte die Balance zwischen individueller solistischer Gestaltung und Integration in das chorische Umfeld.

Die Fähigkeiten des blendenden Barockensembles waren erst recht in Instrumentalbeiträgen zu hören: In Caldaras Triosonate op. 1 Nr. 5 etwa, in dem die Geigerinnen Skuplik und Elin Eriksson gerade in den großen Bögen der langsamen Sätze ein spannungsvolles Wechselspiel inszenierten. Und in der Ouverture g-Moll von Johann Joseph Fux musizierte „La Dolcezza“ leicht, präzise und ausdrucksvoll.

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