Oldenburg Das Horn, das Horn, das ruht sich aus! Auf einem Ton, deshalb lieben Kinder diese Strophe. Doch das Liedchen ist praxisfern. Das Horn ruht sich eben nicht aus, selbst wenn die Partitur ihm Pausen zuteilt. Seine Betreiber haben im Konzert des Uni-Orchesters in der gut besuchten Aula bei Frederic Chopin und bei Ludwig van Beethoven viel zu tun.

Hornisten gelingt auch in Profi-Orchestern nicht alles. Beim Blasinstrument mit dem heikelsten Ansatz gehört das zum guten Ton. Dann müssen die Musiker konzentriert die innere Ruhe bewahren. Und in Beethovens 6. Sinfonie F-Dur klingen im Semester-Abschlusskonzert die Hörner auffällig umso präziser, je heftiger sie gefordert werden.

Das Uni-Orchester demonstriert Homogenität im Zusammenspiel von Studenten mit unterschiedlichem technischen – aber zusammen höchst vorzeigbarem – Standard. Neben Beethovens „Pastorale” gelingt auch Chopins 1. Klavierkonzert e-Moll auf einem staunenswerten Niveau und unter anregender Hochspannung.

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Rida Murtada (39) hat über Jahre Beständigkeit in ein Orchester gebracht, das naturgemäß mit Fluktuation leben muss. Der Dirigent, der in Hamburg zudem das Haydn-Orchester leitet, ist in Oldenburg auch zuständig für Kammermusik und Ensemblespiel. Das schlägt sich im Uni-Orchester in manchmal kammermusikalisch feinem Zusammenspiel nieder, oder in der Beständigkeit, etwa bei Chopin lange Streicherkantilenen sauber zu intonieren und vibrieren zu lassen. Grob wird das Orchester höchst selten. Murtada organisiert Klangschichtungen und ausgedehnte Crescendi und Decrescendi ebenso mit klaren Zeichen wie mit musikalisch fordernden Gesten.

Solistin Manon Fischer-Dieskau kann in diesem Umfeld Chopin mit unpathetischer Virtuosität anpacken. Die Enkelin des berühmten Sängers besticht mit einer Mischung aus jungem Schwung und handwerklicher Reife. Sie lässt die Herkunft des chopinschen Frühwerks aus der singenden Frühromantik von Johann Nepomuk Hummel oder John Field durchschimmern. Das verbindet sie mit vorwärts strebendem Druck.

Bei Beethoven bleibt die Lesart natürlich konventionell. Aber das Orchester gestaltet das Vertraute höchst anregend und immer mit jenem Gestus, der das Große dieser Musik unterstreicht. Die Hornisten-Gruppe lässt Murtada im Schlussbeifall betont als erste aufstehen. Der Dirigent weiß, was sie leisten müssen.

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