OLDENBURG Die Riesenscheinwerfer am Julius-Mosen-Platz lassen das Dezember-Grau an diesem Montagmittag vor der Tür. Im ersten Stock des Wohnhauses dreht das TV-Team für den Spielfilm „Lieber gemeinsam als einsam“, der in Oldenburg für das ARD-Abendprogramm produziert wird. Jede Minute ist kostbar, denn ein Drehtag mit Schauspielern plus 30 Mitarbeitern am Set kann schon mal 50 000 Euro kosten.

Und Produktionsleiter Thomas Schwetje ist Kummer gewöhnt bei dieser Produktion. Schließlich erkrankte die 84-jährige Hauptdarstellerin Rosemarie Fendel nach fünf Drehtagen. Schauspielkollegin Thekla Carola Wied sprang für sie ein und übernahm die Rolle der Rentnerin Hannah Wallner (NWZ  berichtete). „Wir brauchen eine Woche länger als geplant. Das können Sie nicht aufholen“, sagt er.

In der Produktion, die unter der Regie von Mathias Steurer gedreht wird und ursprünglich „Hannah und Sophie“ hieß, geht es um das Thema betreutes Wohnen und das Miteinander von Generationen. Etliche Szenen müssen nun mit der in München lebenden Thekla Carola Wied („Ich heirate eine Familie“) wiederholt werden, darunter nicht nur ein Konzert im Schlosssaal, sondern auch jene in der Filmwohnung von Friedrich Seeliger (gespielt von Uwe Friedrichsen) am Julius-Mosen-Platz.

Im engen Treppenhaus hat die Maske Schminkpinsel und vieles mehr geparkt. Der Platz in der Wohnung mit der großen Filmkamera und allem ist knapp. Die dunkelhaarige Thekla Carola Wied (67) trägt nicht nur eine graue Strickweste, sondern auch eine ältliche graue Perücke und muss auch ständig auf Seniorin geschminkt werden.

Ebenfalls vor der Kamera steht an diesem Mittag Schauspielerin Annika Ernst (31). Man kennt sie aus der Krankenhaus-Serie „In aller Freundschaft“, und sie kennt Oldenburg vom Filmfest. Nun spielt sie eine Senioren-Instituts-Leiterin. Drehpause haben Schauspieler Bernhard Schir und Tanja Wedhorn, die beiden verbindet in der Komödie eine Liaison. Für Produktionsleiter Thomas Schwetje, der aus Berlin kommt, hat Oldenburg eine gute Größe zum Drehen: „Nicht zu groß und nicht zu klein“, erklärt er. Außerdem gab es klare Ausschlusskriterien, die Braunschweig oder etwa Osnabrück aus dem Rennen warfen, denn dort hat in den vergangenen Jahren schon Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm ermittelt.

„Es durfte keine Tatort-Stadt sein“, erklärt Schwetje, der auch bei mehreren „Niedersachsen-Tatorten“ schon als Produktionschef vor Ort die Verantwortung hatte. Die Förderung von Nordmedia darf schließlich nicht immer in dieselben Städte fließen.

 @ Mehr Bilder vom Set   http://www.NWZonline.de/fotos-oldenburg  ?zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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