OLDENBURG „Alice im Wunderland“ heißt das Familienstück, mit dem das Oldenburgische Staatstheater die bevorstehende Weihnachtszeit schmücken will. Als Regisseurin wurde erneut Christina Rast engagiert, die im Vorjahr „Eine Woche voller Samstage“ vorzüglich in Szene setzte.

Basierend auf der Theaterfassung von Roland Schimmelpfennig hat Christina Rast ihr eigenes Wunderland für das Mädchen Alice geschaffen. Ihr Spielraum für Interpretationen war riesengroß, immerhin haben sich schon dutzende Autoren an eine Übersetzung der englischen Erzählung von Lewis Carroll aus dem Jahr 1865 gemacht. Ähnlich einer Traumdeutung wurden die seltsamen Abenteuer von Alice im Laufe der Jahre hin- und herinterpretiert.

„Ein total verspielter Stoff“, freut sich die Schweizer Regisseurin. An Carrolls Erzählung gefällt ihr besonders, dass darin ein junger Mensch mit einer bezaubernden Neugier auf Unbekanntes zugeht. „Alice lernt die Welt spielerisch kennen auf ihrer Reise ins Erwachsenwerden – ohne moralischen Anspruch, was richtig und was falsch ist“, erläutert sie.

Alices (Juliana Djulgerova) Traumreise beginnt damit, dass sie in einen Kaninchenbau fällt und dort den seltsamsten Dingen und Figuren begegnet – wie einem weißen Kaninchen (Rene Schack), einem Hutmacher (Gilbert Mieroph), einer Raupe (Rika Weniger) und einem Märzhasen (Anne Eversbusch).

Am Herzen lagen der Regisseurin auch einige Figuren aus Carrolls Fortsetzung „Alice hinter den Spiegeln“ – beispielsweise Humpty Dumpty (Thomas Lichtenstein), das Ei auf der Mauer. Die kuriosen Geschöpfe geben dem Mädchen traum- bis albtraumhafte Rätsel auf. Die Zeit ist dabei ganz außer Kraft gesetzt, und obendrein wird Alice dauernd größer und kleiner.

Jeder Schauspieler und vier Statisten spielen und singen mehrere Rollen. „Sie agieren episodenhaft, einem Comic ähnlich“, beschreibt Regisseurin Christina Rast die Spielweise im Stück. Umgeben sind die mal komischen und mal unheimlichen Situationen von einer gewaltigen Klangkulisse, für die sich Anton Berman verantwortlich zeichnet.

Alle Theaterkritiken unter www.NWZonline.de/theater

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