OLDENBURG In Momenten höchsten Glücksgefühls wünschen wir uns manchmal nichts sehnlicher, als die Zeit anzuhalten. Wenn Schreckliches geschehen ist, möchten wir sie zurückdrehen, um zu retten, was nicht zu retten ist. „Mirage“, die neue Tanzproduktion im Oldenburgischen Staatstheater, dreht sich um jenes vergängliche Zeitmoment.

Nachdem Haus-Choreograf Guy Weizman und seine Partnerin Roni Haver mit „Air Ways“ auf dem Fliegerhorst einen großen Erfolg landeten, wollen sie nun im renovierten Großen Haus eine neue Zeit anbrechen lassen. Ihre Choreografie „Mirage“ – was Luftspiegelung oder Fata Morgana bedeutet – hat ein neues Format. Erstmals stehen Tänzer der Tanzcompagnie Oldenburg und des Clubs Guy & Roni gemeinsam auf der Bühne, unterstützt von einem Schauspieler.

Mit „Mirage“, das in Oldenburg uraufgeführt wird, hofft man, weltweit Türen zu öffnen. „Wir wollen Tanzbotschafter für den Nordwesten sein“, sagt Tanzdirektor Honne Dohrmann. Dass dieses Konzept aufzugehen scheint, zeigt die gerade erst beendete, erfolgreiche Teilnahme der Tanzcompagnie beim SIDance Festival in Seoul. „Mirage“ ist für die Tournee gemacht, sagt Dohrmann. Denn schon jetzt ist klar, dass die Produktion in Deutschland, Schweden und den Niederlanden gezeigt wird.

„Mirage“ beschreibt der Tanzdirektor als dynamisches und gleichzeitig berührendes Zeitspiel. „Es beginnt kühl und uniform, wird dann wärmer und persönlicher, endet sogar heiter und schön“, sagt er und nennt ein Beispiel: „In einer fantastisch komplexen Gruppen-Choreografie versuchen sich die Tänzer gegenseitig zu retten. Das ist bewegend und schmerzlich.“

Guy Weizman gilt als Bewegungsfreak, sein Tanzstil als physisch und kraftvoll. „Aber“, betont Dohrmann, „er gibt die Bewegungen nicht vor, sondern will die Erfahrungen des einzelnen Tänzers für alle erlebbar machen. Das macht seine Choreografien so ehrlich.“

Durch die Zusammenarbeit der beiden Compagnien aus Oldenburg und Groningen wirken 18 Tänzer bei „Mirage“ mit. Pro Vorstellung stehen jeweils neun von ihnen auf der Bühne. Unterstützt werden sie in Oldenburg von Schauspieler Eike Jon Ahrens, dessen Texte inspiriert sind von Shakespeares Sonetten. Komponist David Dramm hat für „Mirage“ Beethovens 2. Symphonie neu bearbeitet.

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