Oldenburg Das 6. Kammerkonzert der laufenden Saison im Staatstheater stand unter dem Motto „Win when you’re swinging“. Da es sich dabei um den Titel eines Albums von Robbie Williams handelt, ist nicht schwer zu erraten, dass das Salonorchester des Staatstheaters gleich zwei Songs des Stars interpretierte, darunter „Something stupid“.

Der als Conférencier agierende Marne Ahrens machte mehrmals deutlich, warum es sich heute, um ein ganz besonderes Konzert handelte. Swing von einer Art Jazz-Combo gespielt, das ist im voll besetzten Großen Haus schon etwas Besonderes, aber der Clou war die exzeptionelle Professionalität des Baritons Paul Brady, der gerade die „Carmen“-Premiere hinter sich hatte, und die der instrumentalen Mitstreiter vom Staatstheater.

Ob Swing und die leichte Muse gefällt, ist das Eine – ein Anderes ist die überzeugende Beherrschung von Instrument und Stil. Neben dem stimmlich prächtig aufgelegten Paul Brady mit einem „Summertime“ aus Gershwins „Porgy und Bess“, das für einen Iren erstaunlich schwarz klang, und dem unverwüstlichen, ambivalent auftrumpfenden Haifisch, der Zähne hat, aus der „Dreigroschenoper“ von Kurt Weill, erspielten sich die Mitglieder des Salonorchesters – Stephania Lixfeld (Flöte), Frank Goralczyk (Geige), Nikolas Sahler (Bratsche), André Saad (Cello), Jochen Zillessen (Kontrabass), Christian Schoenefeldt (Schlagzeug) und Carlos Vásquez (Klavier) – schnell die Sympathien des Publikums.

Nicht immer, aber meistens, durfte geschnipst und mitgeklatscht werden, und die Zugabe, „Ein Hoch auf uns!“, nach 17 Einzeltiteln, gab dem aufgelockerten Publikum die Möglichkeit, ein wenig mitzusingen, vorausgesetzt, die Textkenntnisse reichten. Der vergnügliche späte Vormittag blieb trotz Stücken aus „Cabaret“ und „Stardust“ keine vollkommen klassikfreie Zone, denn gleich zu Anfang erklang mit einer Adaption des Adagio cantabile aus Beethovens „Pathétique“ ein ernstes Werk in beschwingter Fassung. Dazu kamen dann noch Adaptionen von Gabriel Faurés „Apres un reve“ und von Charles Gounods „Ave Maria“ von 1852, selbst eine Adaption eines Präludiums von Bach. Ein paar Mäkler gibt es immer, aber das Auditorium im Ganzen war hochzufrieden und ging noch ein wenig beschwingter in den sommerlichen Mittag.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.