Frage: Wie sind die Jugendtheatertage entstanden?

Lea Schreiber: Als Nachfolgeformat der Schultheatertage hat meine Vorgängerin das Projekt angeschoben. Damals ging es über drei Tage – jetzt eine ganze Woche. Mittlerweile finden die Jugendtheatertage des Theaterpädagogischen Netzwerks im zehnten Jahr statt – ich begleite sie jetzt in der fünften Spielzeit. Außerdem leiten Dario Köster und ich jeweils eine Gruppe – zusammen mit Schauspielern des Staatstheaters. Die Auftritte jetzt sind immer das Highlight.

Frage: Welcher pädagogische Ansatz steckt dahinter?

Lea Schreiber: In erster Linie geht es um die künstlerische Arbeit. Gruppengefühl, Vertrauen und Selbstwertstärkung sind positive Nebeneffekte. Wir wollen Jugendlichen eine Plattform geben, sich auszudrücken.

Frage: Und was drückt die Jugend aus?

Dario Köster: Ganz verschiedenes. Es geht in den Stücken – die wir zusammen mit den Darstellern entwickeln – um Depressionen, ums Alleinsein aber auch um politische Themen. Ich erlebe die jungen Menschen von heute als sehr interessiert am Tagesgeschehen. Sie wollen mehr Verantwortung übernehmen und mitreden.

Frage: Wie ist das, mit Laien zwischen 14 und 20 Jahren zu arbeiten?

Dario Köster: Schon anders als mit Profis. Die Jugendlichen checken manchmal erst sehr spät, dass das Textlernen dazu gehört. Bei den Proben gibt es immer mal Tiefpunkte, aber die werden dann auch überwunden. Ein Berufsschauspieler übernimmt auch mal Rollen, hinter denen er nicht so steht. Den jugendlichen Spielern ist es wichtig, sich mit dem Stück identifizieren zu können – was verständlich ist. Es soll ja auch ein Hobby bleiben.

Frage: Ohne den Hintergedanken Nachwuchs für Ihr Haus zu generieren?

Dario Köster: Einige entscheiden sich tatsächlich dafür, hauptberuflich auf der Bühne zu stehen...

Frage: Wer spielt mit?

Lea Schreiber: Natürlich viele Jugendliche aus privilegierten Elternhäusern. Aber wir versuchen, alle Schichten zu erreichen und öffnen uns bei den Jugendtheatertagen immer für freie Gruppen und internationale Ensembles. Auch aus dem Umland.

Frage: Ist das ausbaufähig?

Lea Schreiber: Durchaus. Wir wollen langfristig internationaler werden, denken über Gastspiele und Austauschprogramme nach. So lange wir gute Kooperationspartner haben, ist alles möglich.

Lea von Deylen Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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