Oldenburg Ein weiterer Schritt in der Neukonzeptionierung des Stadtmuseums ist getan. Am Freitag kamen Kulturschaffende, Museums- und Stadtverwaltungsmitarbeiter sowie Kooperationspartner zu einer Fachkonferenz im Veranstaltungsraum des Museums zusammen, um Vorschläge zu erarbeiten. „Wir erhoffen uns einen starken Impuls für den weiteren Prozess der dringend notwendigen Modernisierung und Erweiterung eines zentralen Oldenburger Kulturortes“, sagt der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Andreas von Seggern.

Einige konkrete Schwachstellen des Museums stehen im Fokus der Neukonzeptionierung. „Die stadtgeschichtliche Ausstellung ist am Ende der Besucherroute“, erklärt Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen. Obwohl die Schwerpunkte des Museums die Stadtgeschichte und die regionale Kunst sind, ist diese Ausstellung durch die Auslegung der Route schwer erreichbar.

Darüber hinaus sei zu bemängeln, dass es keinen angemessenen Veranstaltungsraum gibt, denn sobald der jetzige Raum für eine Ausstellung genutzt wird, gäbe es keinen Platz für Besprechungen und Konferenzen. „Wir sind da sehr begrenzt in dem, was wir anbieten können.“ Ein weiterer Punkt, der Kopfzerbrechen bereitet, ist das enge Verbindungsstück zwischen dem Horst-Janssen-Museum und dem Stadtmuseum.

Die Worte „Erweiterung“ und „Abriss“ fielen auch bei der Konferenz. Ein Ausbau wäre eventuell in Richtung Lappan möglich. Ob ein Teilabriss der alten Front des Stadtmuseums eine Option wäre, wird in einer Machbarkeitsstudie geklärt. Dabei betont Stadtsprecher Reinhard Schenke, dass das Horst-Janssen-Museum, der Hüppe-Saal sowie die Villen nicht von einem eventuellen Abriss betroffen sein werden. Prof. Frank Kasprusch vom Berliner Architektur- und Planungsbüro Scheidt Kasprusch entwickelt die Machbarkeitsstudie.

Dabei setzt das Stadtmuseum auf eine aktive Bürgerbeteiligung: „Wir wollen bereits in dieser frühen Planungsphase die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen, um deren Vorstellungen von einem modernen Museum zu erfahren“, teilt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann mit. Das begann mit einer Besucherführung durch das Stadtmuseum. Die sollte dazu dienen, dass 50 per Zufallsprinzip ausgewählte Bürger sich mit dem Museum vertraut machen und erste Anmerkungen und Veränderungsvorschläge notieren. An diesem Samstag kommen sie im Museum zu einem sogenannten „Stadtlabor“ zusammen und sammeln ihre Vorschläge, die dann in das Projekt integriert werden sollen.

Das Konzept der Bürgerpartizipation und des Stadtlabors stellte Susanne Gesser vom Historischen Museum Frankfurt bei der Fachkonferenz vor. „Wir sind schon einen Schritt weiter als Oldenburg.“ Das Frankfurter Museum soll im Herbst 2017 neu eröffnet werden und gilt als ein renommiertes Projekt. Da das Museum für die Stadt – und nicht nur über die Stadt sein soll – setzt Gessers Team auf die Hilfe und Meinungen von Frankfurts Anwohnern. „Wir erreichen Leute, die sonst überhaupt nichts mit dem Museum zu tun haben“, sagte die Projektleiterin in ihrem Vortrag. Somit werden zum Beispiel verschiedene Ausstellungsformate zusammen mit Bürgern entwickelt und umgesetzt.

Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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