Oldenburg Vor 12 Jahren gab im Oldenburger Degode-Haus eine 16-jährige Jungschauspielerin ein bisschen schüchtern ihre ersten internationalen Interviews. Jetzt ist Keira Knightley („Fluch der Karibik“) ein Weltstar, und seither erzählt Filmfestchef Torsten Neumann bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit stolz: Bei uns werden Hollywood-Diven gemacht! Die nächste Bewerberin stellt sich an diesem Mittwoch in Oldenburg vor: Lindsay Burdge, zu sehen in „A Teacher“. Nach Hinweisen zu Alter, Herkunft, Vergangenheit fragt man vergebens, ihr Management gibt sich geheimnisvoll, nur Neumann verrät: „Lindsay Burdge ist unsere nächste Keira Knightley!“ Alles Weitere in Kürze am Roten Teppich.

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Schon mal was von Mumblecore gehört? Wir auch nicht. Macht aber nichts, dafür haben wir ja das Filmfest: „Mumblecore“, so heißt es dort, sind billigst produzierte, improvisierte Filme, und sie sind derzeit fürchterlich angesagt. Die Könige des deutschen Mumblecore heißen Jakob (32) und Tom Lass (30) aus Berlin, und jawohl: Sie kommen nach Oldenburg. Jakob stellt am Donnerstag seinen Film „Love Steaks“ vor, Tom am Freitag seinen Film „Kaptn Oskar“. Jakob hat zuvor in München alle Preise gewonnen, Tom siegte in Saarbrücken, und jetzt wollen beide mit Mumblecore in Oldenburg den „German Independence Award“ gewinnen.

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Ihr Vater Peter hatte den angesagtesten Nachtclub in New York City: das „Limelight“. Jen Gatien durfte natürlich nur tagsüber hinein, was sie immer ziemlich ungerecht fand: „Wenn ich kam, ging Drew Barrymore gerade. Dabei war sie genauso alt wie ich!“ Jen, Jahrgang 1974, entschloss, künftig lieber selbst ein Boss zu werden. Sie ging zum Film und drehte übungshalber eine Dokumentation über Vaters „Limelight“, anschließend wurde sie eine der führenden Filmproduzentinnen unter 40 in Amerika. Am Mittwoch kommt sie nach Oldenburg, im Gepäck hat sie ihre neue Produktion „Kiss of the Damned“, einen Vampirfilm. Gedreht hat ihn übrigens Xan Cassavetes, noch so eine berühmte Tochter: Ihre Eltern sind Regisseur John Cassavetes und Hollywood-Star Gena Rowlands. Auch Xan Cassavetes ist in Oldenburg dabei.

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Apropos berühmte Väter: Stellen Skarsgård spielte in Blockbustern wie „Good Will Hunting“ oder „Illuminati“ mit, und seine Söhne wollen das jetzt auch. Genau genommen sind es vier Söhne, nämlich Alexander, Bill, Valter und Gustaf Skarsgård, und allen sagt man Model-Qualitäten nach. Fachfrauen behaupten allerdings, der Süßeste von allen Skarsgårds sei Gustaf – und der stellt am Sonnabend in Oldenburg den Film „Autumn Blood“ vor. Filmfestchef Neumann jedenfalls hat keinen Zweifel: „Gustaf Skarsgård ist auch unsere nächste Keira Knightley“. Oder so ähnlich.

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Groß feiern lassen durfte sich übrigens schon einmal David Perrault: Der französische Regisseur begeisterte jüngst Presse und Fachpublikum auf dem berühmten Filmfest von Cannes mit seinem Wrestling-Drama „Our Heroes Died Tonight“. Nichts darüber gehört, nichts davon gesehen? Macht nichts, dafür haben wir ja das Filmfest: Perrault zeigt seinen Film am Donnerstag erstmals außerhalb Frankreichs – natürlich in Oldenburg.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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