Kirchhatten – „Ich hab schon vier Kreuze geputzt!“, erzählt Kay leicht verschwitzt und sehr stolz, „ich kann auch noch eins!“

Mit großem Elan schrubbten die 28 Vorkonfirmanden der ev. Kirchengemeinde Hatten die 70 Sandsteinkreuze auf dem Soldatenfriedhof vor der St.-Ansgari-Kirche.

Pfarrer Jürgen Menzel organisiert jedes Jahr diese Reinigungsaktion: „Die Kinder werden erst in der neunten Klasse über den Zweiten Weltkrieg unterrichtet. Ich möchte, dass sie schon vorher lernen, warum es diesen Soldatenfriedhof gibt. Sie sollen merken, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden zu leben.“ Sein Ziel ist, dass die Vorkonfirmanden bewusster die Kirche wahrnehmen und sich als Teil der Kirchengemeinde fühlen. Es gibt verschiedene Projekte in der zweijährigen Konfirmandenzeit. Beim Altenheimprojekt soll den Kindern beispielsweise mehr Respekt und Achtung vor alten Menschen vermittelt werden.

Nach der gemeinsamen Arbeit erzählten drei Kirchenmitglieder, die als Kinder und Jugendliche die Kriegszeit miterlebt hatten, im evangelischen Gemeindehaus von ihren Erlebnissen und stießen auf großes Interesse bei den Vorkonfirmanden. Die 81-jährige Gerda Pohl erzählte, wie sie aus ihrer Heimat Schlesien nach Dresden fliehen musste, als „die Russen kamen“: „Viele Menschen, darunter auch Kinder, sind während der Flucht auf ihren Leiterwagen erfroren.“ Walter Wiese wurde 1926 in Großenkneten geboren. Er zog 1939 nach Kirchhatten und berichtete von seinen Erfahrungen. Walter Schwarzer erzählte von seiner Zeit bei der Luftwaffe und von seiner Gefangenschaft. Die Kinder konnten viel zur Veranstaltung beitragen. Sie stellten Fragen zum Zweiten Weltkrieg und zu den Inschriften der Sandsteinkreuze, oder berichteten, wie ihre Großeltern den Krieg erlebt hatten. Anschließend verteilten Gemeindekirchenrätinnen Saft, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.

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