OLDENBURG Keine Berührungsängste mit dem schwierigen Thema Nationalsozialismus haben Schülerinnen und Schüler der Helene-Lange-Schule. Die Jugendlichen der Klassen 9 bis 13 haben mit ihren Lehrern und zwei Studentinnen der Universität eine Ausstellung zur Judenverfolgung in Oldenburg vorbereitet. Eröffnet wird sie am Dienstag, 4. November, um 17.30 Uhr im Foyer der Landesbibliothek. Sie ist Bestandteil der Veranstaltungen des Arbeitskreises Erinnerungsgang zu den Novemberpogromen 1938 und wird bis zum 14. November in der Landesbibliothek zu sehen sein. Der Erinnerungsgang selbst beginnt am 10. November um 15 Uhr an der Landesbibliothek (Innenhof).

„Wir wollen Geschichte lebendig halten. Es ist ja immer weniger möglich, Zeitzeugen zu befragen“, sagt Jutta Schmidt-Prestin, Lehrerin der Helene-Lange-Schule, die mit ihren Kollegen Dr. Petra Schönemann-Behrens und Christian Katz die Schülerprojektgruppen betreut.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Schicksal von Jacob de Jonge. Seine Leidensgeschichte beginnt 1933 mit der Verhaftung und Deportation in die Konzentrationslager Börgermoor und Lichtenburg. Nachdem er freikommt, kehrt er zunächst in seine Heimat, das ostfriesische Weener, zurück. 1935 flieht die jüdische Familie der de Jonges vor Drangsalierungen in Weener nach Oldenburg, doch auch hier ist sie nicht lange sicher. In der Reichspogromnacht wird sie zusammen mit den anderen Oldenburger Juden verhaftet, Jacob de Jonge wird ins KZ Sachsenhausen deportiert. Er entgeht jedoch dem Holocaust und überlebt im niederländischen Untergrund. Sein Sohn Joachim Max de Jonge sammelt die Erinnerungen seines Vaters und macht sie dem Forscher Hans-Peter Klausch zugänglich. Auf dessen Buch sowie Archivmaterialien des Stadtmuseums und Bilder des Dokumentations- und Informationszentrums Emslandlager in Papenburg stützt sich die Ausstellung der Schüler.

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„Mit dem Nationalsozialismus hatten wir uns natürlich auch vorher schon im Unterricht befasst“, sagt Svenja Schoe, 13. Jahrgang. „Aber es war erschreckend, bei der Vorbereitung der Ausstellung festzustellen, wie extrem er auch in Oldenburg herrschte.“ Auch für Eleen Zirks, ebenfalls aus der 13. Klasse, war der lokale Aspekt des Themas neu: „Ich wusste zwar, dass es hier Jahr für Jahr einen Erinnerungsgang zur Pogromnacht gibt, aber näher befasst hatte ich mich damit nicht.“

Als Teil der Ausstellung haben die Schüler zusammen mit oeins einen Film vorbereitet. „Wir haben im Februar angefangen, wichtige Schauplätze der Zeit zu besuchen, zum Beispiel den jüdischen Friedhof oder das letzte jüdische Haus an der Kurwickstraße 5“, sagt Mylene Streit aus dem Filmteam. Außerdem führten die Schüler Interviews, etwa mit Sara-Ruth Schumann, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde.

Damit sich die Besucher der Ausstellungseröffnung besser in die Geschichte einfühlen können, hat Carlotta Harms, Schülerin mit bereits sechsjähriger Theatererfahrung, eine Theaterszene geschrieben. Thema der Szene ist Jacob de Jonges Aufenthalt im KZ Börgermoor.

Termine zum Erinnerungsgang: www.erinnerungsgang.de

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