OLDENBURG Es könnte sich lohnen, seine Armbanduhr daheim zu lassen. Wenn der Oldenburger Chor Bundschuh am 14. und 15. Februar (jeweils 20 Uhr) sein neues Programm der Öffentlichkeit in der Kulturetage erstmals vorstellt, wird die Uhr sowieso allgegenwärtig sein. „Zeitlos“ nennt das Ensemble seine Collage aus Liedern von der Romantik bis zu Otis Reddings Soulsongs.

Die Frage nach dem Sinn von Zeit, ihrem Gewinn oder Verlust, wird aber nicht nur von den etwa 50 Chorstimmen beantwortet. Die Bundschuh-Mitglieder setzen sich auch in kurzen Texten und Spielszenen mit den Phänomen der Vergänglichkeit von Zeit auseinander; fünf Mitglieder des Schlagwerks Ossietzky unterstützen den Chor in diesem Bemühen.

Das Programm „Zeitlos“ verweist zudem auf den Chor selbst: Bundschuh wird in diesem Jahr runde 30 Jahre alt. 1978 von politisch links orientierten und kulturell interessierten Leuten gegründet, hat sich das Ensemble zu einem führenden Mitglied der in den 1970er-Jahren entstandenen neuen politischen Chorbewegung entwickelt.

Wie bereits sämtliche 13 Vorgängerprogramme wurde auch „Zeitlos“ von den Bundschuh-Mitgliedern selbst erarbeitet. „Indem der Chor Musik und Texte aus verschiedenen Zeiten verbindet, eröffnet er dem Publikum unerwartete Zusammenhänge, aber auch die Möglichkeit, einfach nur zu schwelgen und die Zeit zu vergessen“, nennen die Sängerinnen und Sänger ein Ziel der neuen Montage.

Die Lieder sind dabei sehr unterschiedlichen Epochen entliehen. Das älteste Werk stammt aus dem Jahr 1812 (Beethovens Metronom-Kanon), die neuesten Stücke sind von 2007 („Höchste Eisenbahn“ von Venus/Hollaender und „Wart doch mal“ von Härtlein/di Lasso). Beispiele dafür, wie Zeit vergehen kann – musikalisch gesehen.

Infos: www.chor-bundschuh.de

Chronik eines Chorlebens

1981: „Texte und Lieder für den Frieden“ (Montage, erstes großes Programm)

1984: Mitwirkung am Ossietzky-Oratorium von Gustavo Becerra-Schmidt

1988: Drittes Norddeutsches Chöretreffen in Oldenburg

1995: „Lieb’ Oldenburg, magst ruhig sein“ (Montage zur 650-Jahr-Feier der Stadt)

1998: „Hanns Eisler zum 100. Geburtstag“ (zusammen mit dem Oldenburgischen Staatstheater)

2001/02: „zivilCHORage – Chöre singen gegen rechte Gewalt“ (von Bundschuh initiierte Konzertreihe)

2005: „Canto General“ (Oratorium von Mikis Theodorakis)

2006: Konzertreise nach Chile

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.