OLDENBURG „Eins, zwei, drei im Sauseschritt, eilt die Zeit; wir eilen mit“. Im Grunde muss man nicht einmal Wilhelm Busch bemühen, um sich zu wundern: Im Oktober 2008 wird der Oldenburger Chor Bundschuh 30 Jahre alt, und manchen kommt es so vor, als wären die ersten Lieder des Ensembles erst vor kurzem ertönt.

Das liegt wahrscheinlich unter anderem daran, dass politische Lieder nicht so schnell in Vergessenheit geraten wie Songs aus der Hitparade. Und eine politische Dimension hatte das Mitwirken beim Bundschuh-Chor von Beginn an, seit 1978 verbinden die Mitglieder weltanschauliches Engagement und Chormusik. Das waren zunächst ein gutes Dutzend politisch links orientierter und kulturell interessierter Sängerinnen und Sänger – inzwischen aber zählt der Chor rund 50 Mitglieder, die sich als Teil einer politischen Chorbewegung verstehen, die – so das Selbstverständnis der Gruppe – „bewusst an die Tradition der Arbeiterchöre anknüpft“.

Musikalisch und künstlerisch ist der Bundschuh-Chor derweil nach allen Seiten hin offen: Er singt Stücke von der Renaissance bis zum Rock, von Französisch bis Finnisch und von leicht bis „lernen wir nie“. Wichtig dabei ist, stets Freude an der Gemeinsamkeit zu entwickeln und das Ziel vor Augen zu haben, musikalisch die eigene Meinung zu sagen oder Fragen zu stellen – „zum Beispiel zu Themen wie Krieg und Frieden, Kapitalismus und Arbeitswelt, Diskriminierung von Minderheiten oder Umweltzerstörung“, zählen die Sängerinnen und Sänger auf. Die Programme, erarbeitet von den Mitgliedern selbst, gehen meist über das reine Vortragskonzert hinaus, nutzen vielmehr die Möglichkeiten von Montage, Collage oder Revue.

Der 30. Geburtstag des Chores wird am Sonntag, 5. Oktober, groß gefeiert. Ab 11.15 Uhr findet im Staatstheater ein Chöretreffen mit dem Titel „wie das politische Singen geschieht“ statt; neben Bundschuh sind acht weitere Ensembles eingeladen.

Mehr Infos gibt es unter

www.chor-bundschuh.de

Projekte und Programme des Chores

1981 „Texte und Lieder für den Frieden“ – Montage

1983 „Wann endlich ...?“ – Montage gegen Faschismus und Krieg

1985 „Auch unser Singen muss ein Kämpfen sein“ – Montage zum politischen Selbstverständnis des Chores

1988„Sag nicht niemals“ – Montage zum Thema Arbeitswelt

1989„Kein schöner Land“ – Montage zu 40 Jahren Bundesrepublik Deutschland

1992„Gewaltige Zeiten“ – Montage zum Thema Gewalt

1994 „Fortschritte“ – Montage zur Einigung Europas

1995„Lieb Oldenburg, magst ruhig sein“ – Montage zur 650-Jahr-Feier der Stadt

1996„Krieg“ – Montage zum Antikriegstag

1997„Fortschritte Version 2.1“ – aktualisierte Montage zur Einigung Europas

1998„Hanns Eisler zum 100. Geburtstag“, zusammen mit dem Oldenburgischen Staatstheater

1999„wenn ich könnte ...“ – Montage zum Thema „wundern, wünschen, wollen, werden“

2001„Das Hohe Lied der Arbeit“ – Montage zum Thema Arbeitswelt

2004„niemandsland: heimatnot(iz)en“ – Montage zu Heimat und Globalisierung

2008„ZEITLOS“ – Montage zu Be- und Entschleunigung

Klaus Fricke
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