Osternburg /Kreyenbrück Die Diagnose Demenz macht vielen Menschen verständlicherweise Angst. Doch das Leben ist mit der Krankheit nicht vorbei, und es kann durchaus ein gutes sein. Dafür steht unter anderem das Angebot der Seniorenbegleitung Oldenburg Süd (SOS). Sie bietet in diesem Jahr erneut Gottesdienste für Menschen mit und ohne Demenz an.

„Auch Menschen mit dieser Krankheit sind Teil der Gemeinde und sollen es bleiben – und das mittendrin und nicht am Rande“, sagt Pastor Lennart Krauel, zuständig für die Altenseelsorge. Darum war es das Ziel, ein Gottesdienst zu entwickeln, bei dem von der Krankheit Betroffene nicht unter sich bleiben, sondern ihn gemeinsam mit Angehörigen, Freunden und jedem anderen Interessierten feiern.

Termine

Sonntag, 16. Februar: St. Johannes, Pasteurstraße; Motto „Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen...“; Beginn 15 Uhr

Sonntag, 26. April: Dreifaltigkeitskirche, Cloppenburger Straße; Motto: „Ich bin getauft auf deinen Namen“; Beginn 15 Uhr

Sonntag, 28. Juni: Gemeindezentrum „Arche“, Steenkenweg; Motto: „Vom Aufgang der Sonne, bis zu ihrem Niedergang“; Beginn 15 Uhr

Sonntag, 20. September: Gemeindezentrum „Jona“, Heimeck; Motto: „Lasset die Kinder zu mir kommen“; Beginn 15 Uhr

Sonntag, 6. Dezember: Gemeindezentrum „Lukas-Haus“, Helmsweg; Motto „Reich beschenkt...“; Beginn: 15 Uhr

  Weitere Infos unter   www.ev-kirche-osternburg.de

Vor allem Menschen mit Demenz, die noch zu Hause oder bei ihrer Familie leben, sollen so besser ins Gemeindeleben integriert werden. Auch Bewohner anderer Stadtteile sind herzlich dazu eingeladen.

Die Gottesdienste unterscheiden sich natürlich von dem, was üblicherweise in den Kirchen passiert. „Sie sind kürzer und nicht so wortbezogen“, erklärt Krauel. Bei Texten setzt er vor allem auf bekannte Passagen wie Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte...“), die bei den meisten Veranstaltungen wiederkehren. Bei Kirchenliedern singt man Klassiker. Das Programm ist aber nicht kindlich, betont Krauel. „Menschen mit Demenz sind keine Kinder. Nur der Zugang zu ihnen ist verschüttet.“

Wichtiger Punkt ist allerdings auch, dass immer weitere Sinne angesprochen werden. Denn Gerüche, Melodien oder das Ertasten von Dingen können bei Menschen mit Demenz Erinnerungen und vor allem Emotionen hervorrufen. „Wir wollen die verschüttete Energie wecken“, sagt Krauel.

So wurden im vergangenen Jahr Rosen zum Schnuppern herumgereicht. Ein anderes Mal brachte das Gottesdienst-Team Schnee herein, den die Besucher befühlen konnten, um danach die wohlige Wärme an den Händen wahrzunehmen. Der kommende Sonntag dreht sich um den Valentinstag. Ein bunter Blumenstrauß und dessen Farben werden im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen.

Im Anschluss wird jedes Mal zur Kaffeetafel im Erinnerungscafé eingeladen. Zudem bereitet das Team jeweils kleine Geschenke vor, diesmal kleine Stoffblumen. Selbst wenn bei vielen Besuchern die konkrete Erinnerung an den Gottesdienst keinen Bestand hat, so bleibt zumindest auf diese Weise ein Hinweis auf den schönen Tag zurück.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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