Oldenburg Alle Jahre wieder kommt das große Kopfzerbrechen, was wir wem schenken sollen. Die NWZ hat sich bei Kulturschaffenden umgehört, was sie ihren Lieben unter den Christbaum legen.

Andreas von Seggern

„Meine älteste Tochter bekommt ein Ticket für ein Rap-Konzert, meine Frau einen längst überfälligen Opernbesuch, meine Eltern eine Dauerkarte für den Park der Gärten“. Sich selbst beschenkt der Leiter des Stadtmuseums mit einer Karte für das wohl letzte Konzert von Paolo Conte in Deutschland im August 2019 in Köln.

Jürgen Böse

Der Kulturreferent des Studentenwerks rät, Eintrittskarten für zwei Festivals im Frühjahr zu verschenken: Die 24. Oldenburger Kabarett-Tage im Januar/Februar sowie für das Improfestival SpontanOL im März.

Klaus Modick

„Ich würde das so genannte Weiße Album der Beatles verschenken“, sagt der Schriftsteller. „Es erschien vor 50 Jahren und liegt jetzt in einer fulminanten klangtechnischen Überarbeitung vor, die einmal mehr die zeitlose Genialität dieser Musik beweist.“

Monika Eden

„Ich verschenke tatsächlich gerne Bücher, aber das ist angesichts meiner Profession weder überraschend, noch originell“, sagt die Leiterin des Kulturbüros. Kulturinteressierte Menschen mit vollem Terminkalender freuen sich bestimmt über einen Gutschein der Tourismus und Marketing, mit dem sie sich die passende Veranstaltung am passenden Termin selber aussuchen können, sagt die 50-Jährige. Am liebsten verschenke sie aber Eintrittskarten zu Kulturterminen, die sie dann zusammen mit den Beschenkten besuche.

Franziska Vondrlik

„Unsere Familie schenkt sich gemeinsam verbrachte Zeit und entspanntes Zusammensein. Gutes Essen, Reden, Spielen, Kuscheln... Das haben wir so nicht oft!“, sagt die Schauspielerin. Ihre Lieblingsgeschenke: Bücher, Bücher, Bücher…

Nicole Deufel

„Ich bin der Meinung, dass die schönsten Geschenke gemeinsame Erlebnisse sind“, sagt die Leiterin des Amtes für Museen. Gut bekannte Personen beschenke sie deshalb gerne mit gemeinsamen Besuchen: etwa ins Kino, zu einem Konzert, ins Theater, auch ins Museum. „Das darf gerne etwas sein, was die betreffende Person noch gar nicht so gut kennt – meine Erfahrung ist, dass die Leute es schätzen, etwas Neues kennenzulernen.“

Pavel Möller-Lück

„Ich würde kulturinteressierten Oldenburgern einen Genossenschaftsanteil am Globe-Kino schenken“, sagt der künstlerische Leiter des Theaters Laboratorium. „Zugleich Teil einer Gemeinschaft zu sein und damit Oldenburgs kulturelles Erbe zu bewahren scheint sehr erstrebenswert – ein stiller Kulturgenuss.“

Christian Firmbach

„Ich habe über einen Geschenketipp lange nachgedacht“, sagt der Intendant des Staatstheaters. „Es ist eine schöne Sache, ein lesenswertes Buch zu schenken oder eine gute CD. Als Schenkender sollte man aber, und das erscheint mir mit jedem Jahr wichtiger, auch einen Blick dafür haben, ob ein Geschenk wirklich die Zeit und den Platz findet, angenommen und wahrgenommen zu werden.“ Er rät zu einem gemeinsamen Museumsbesuch oder einem Deichspaziergang mit anschließender Tortenschlacht.

Uwe Bergeest

„Was ich gerne schenke, ist: Liebe, Aufrichtigkeit, Freundschaft. Manchmal auch Blumen. Aber das tue ich dann, wenn ich es möchte. Egal, zu welcher Jahreszeit“, sagt der Schauspieler .

Detlef Roßmann

 Kinokarten empfiehlt der Casablanca-Betreiber. Er rät zu einem Gutschein für den Streifen „Der Junge muss an die frische Luft“ nach dem Bestseller von Hape Kerkeling. Erzählt wird die Kindheit des Komikers.

Regina Peters

Klassiker wie „Die Weihnachtsgeschichte“ von Dickens, schrille und humorige Geschichten wie „Weihnachten mit Eloise“ oder Gedichte verschenkt die Organisatorin der Kinder- und Jugendbuchmesse Kibum gerne. Allen, die noch eine kleine Aufmerksamkeit suchen, rät sie zum Hörbuch „Viele Grüße, Deine Giraffe“ .

Andrey Gradetschliev

„Ich verschenke sehr gerne Karten für das Theater Laboratorium“, sagt der Künstler. In diesem Jahr für das Stück „Dr. Weltsch & Dr. März“. „Äußerst unterhaltsam“, schwärmt er und erinnert sich schmunzelnd an stressgeplagte Eintagsfliegen und Möpse mit Frauchenkomplex, die sich im Institut für Lebenskunst in Zürich behandeln lassen.

Beate Anneken

Die Leiterin der Werkschule denkt schon im August an Weihnachten: sie verschenkt am liebsten Keramik, die sie schon im Sommer bei den Keramiktagen kauft. Menschen, die gerne selbst schaffen, bekommen von ihr Kunstkurse geschenkt.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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