Oldenburg Nach dem Stadtfest ist vor dem Stadtfest: Das gilt insbesondere für Veranstalter Reinke Haar, der am Sonntagmorgen nach wenigen Stunden Schlaf schon wieder in der Innenstadt unterwegs war und den Abbau der Bühnen und Stände überwachte. Für ihn war es ein ganz normales Stadtfest – ohne Ausschläge nach oben und unten.

Deutlich mehr als 300 000 Besucherinnen und Besucher haben an den drei Stadtfesttagen gefeiert und die Musik der 70 Bands genossen, die auf den 16 Bühne auftraten. Umsatzstärkster Tag war der Donnerstag, bilanziert Haar. Da drängte es vor allem die älteren zahlungskräftigen Oldenburger in die Stadt, während von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag die jungen Leute die Szenerie beherrschten.

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Friedliches

Stadtfest

Es beim Stadtfest allen recht zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das wissen auch die Veranstalter, die den undankbaren Job haben, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Fakt ist, dass seit vielen Jahrzehnten in der Innenstadt Ausnahmezustand herrscht, wenn Zehntausende ins Zentrum strömen und nur eines wollen – ein paar Stunden mit Freunden und Bekannten gemütlich und friedlich feiern. Krawallmacher sind die Ausnahme. Das gilt auch für jene Männer, denen der Weg zum Toilettenwagen immer zu weit ist und die sich unter freiem Himmel erleichtern. Dennoch – sie fallen wohl am Unangenehmsten auf.

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Zufrieden ist der Stadtfestorganisator auch mit der Veranstaltung „Kochen am Schloss“, die schon am Mittwoch begonnen hatte. Die gastronomischen Betriebe betreiben laut Haar einen enormen Aufwand, um die Veranstaltung auszurichten. Dazu gehören ein hoher Personalaufwand und die aufwendige Ausstattung der Zelte.

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Auch die Bilanz der Polizei fällt vergleichsweise positiv aus. In der Nacht zum Samstag wurden nach Mitteilung der Polizei 15 Strafanzeigen (davon drei Mal Körperverletzung, zwei Mal Diebstahl, zwei Mal sexuelle Belästigung) aufgenommen. Ein Erfolg der Strategie: Die Beamten zeigten an allen größeren Bühnenbereichen in der Innenstadt mit gelben Westen ausgestattet deutlich Präsenz. Zudem wurden zwei Personen mit einem Aufenthaltsverbot für das Stadtfestgelände angetroffen und dem Polizeigewahrsam zugeführt, eine Person wurde zur Verhinderung von Straftaten festgenommen.

Die kombinierten Fußstreifen Polizei/Jugendamt haben in der Nacht zu Samstag auf dem Stadtfest insgesamt 48 alkoholisierte Jugendliche angesprochen. Teilweise wurden erzieherische Gespräche geführt, vier Jugendliche wurden von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Auf dem Innenstadtring wurden zudem Alkohol- und Drogenkontrollen durchgeführt. Es wurden zahlreiche Fahrzeugführer überprüft, erfreulicherweise wurde bei keiner Kontrolle Alkohol- oder Drogenkonsum festgestellt.

Ein ähnlich erfreuliches Bild zeigte sich in der Nacht zum Sonntag. Die Polizei musste vergleichsweise wenige, nämlich nur 16, Strafanzeigen aufnehmen – darunter sechs Körperverletzungen und vier Diebstähle. 28 Jugendliche wurden von der gemeinsamen Jugendstreife der Stadt und der Polizei betrunken angetroffen, davon waren drei nicht mehr „wegefähig“ und mussten von den Eltern abgeholt werden.

Probleme bereiteten vor allem den Anwohnern der Stadt die „Wildpinkler“, die trotz eines großen Toilettenangebots ihr Geschäft im Freien verrichteten. Insgesamt wurden 22 Bußgelder in Höhe von jeweils 50 Euro verhängt, heißt es seitens der Polizei abschließend. Die Dunkelziffer der „Wildpinkler“ dürfte allerdings deutlich höher sein.

Am Sonntagmorgen saßen übrigens die ersten (nein, nicht Wildpinkler) schon wieder zum Frühschoppen vor den Lokalen – oder waren es die letzten Stadtfest-Gäste?


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Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg

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