Stadtfest Oldenburg 2018
Stille Besen kehren gut

Wenn Oldenburg schläft, sorgen rund 20 Kräfte des AWB für ein sauberes Partygelände. Jüngere Gäste achten angeblich mehr aufs Stadtbild.

Bild: MARC GESCHONKE
Das geht ja noch: Im Laufe eines Stadtfestabends kommt aber noch sehr viel mehr Müll zusammen.Bild: MARC GESCHONKE
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Oldenburg Der komplette Lappan, das Eck zur Wallstraße, ja vor allem der Marktplatz, erst recht rund ums Rathaus und dann auch noch der Schlossplatz. Herrje! Das seien die „schlimmsten und dreckigsten Ecken Oldenburgs“ – zumindest nach so einem Stadtfesttag. Das behaupten nicht etwa aus fernen Städten angereiste Gäste, sondern jene, die sich dann inmitten der stillen Nacht um Abhilfe mühen: Die so engagierten „Heinzelmännchen“ vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB).

Mehr als ein Dutzend Kollegen zogen zwischen vier und neun Uhr in aller Freitagfrüh mit Besen und Kehrmaschine durch die Innenstadt. Am Samstag wird’s nicht viel anders sein, vom Sonntag – also nach dem großen Finale des Stadtfestes – ganz zu schweigen. Was da immer wieder auf- und vor allem anfalle, sei die Sorglosigkeit der Besucher. Frei nach den Grundsätzen „Einmal im Jahr ist alles erlaubt“ und „Das machen die Leute in Orange ja später schon weg“ wird sich entsprechend verhalten.

Mitgebrachte Glasflaschen werden auf die Straße geworfen, Müll einfach kreuz und quer im Getümmel hinterlassen („Merkt ja niemand, wenn das Kaugummi fällt“) und – obwohl ein paar Meter weiter noch Platz ist – bereits vollends gefüllte Abfalltüten einfach noch weiter gestopft. Bis sie reißen und sich der ganze Dreck schließlich über die Wege ergießt.

Ist das alles normal?

Ja, das alles ist normal. Fraglich ist, ob es auch weiterhin als Normalität verstanden werden sollte. Ganz egal – spätestens am Folgemorgen ist von all den Hinterlassenschaften zig Tausender Partygäste nichts mehr zu sehen. Und dabei handelt es sich eben nicht bloß um Glas und Pappe. „Richtig eklig wird es, wenn Essensreste darunter sind“, heißt es von einem, der auch bei diesem Stadtfest wieder den Besen schwingt, aber nicht genannt werden mag, „da liegt dann eine angebissene Bratwurst, ein fast kompletter Döner oder ’ne volle Chinanudel-Box rum. Mal abgesehen von den Kosten, frag’ ich mich echt, wie da bei denen zu Hause mit Lebensmitteln umgegangen wird.“

Sei’s drum. Weil alkoholisierte Menschen aber bekanntermaßen die Wahrheit sagen sollen, wollen es die wackeren Streiter noch mal durchgehen lassen. „Schön, dass es Sie gibt!“, heißt es da nämlich durchaus häufiger in der Nacht von jenen, die sich trotz durchzechter Stadtfestivitäten noch nicht heimwärts begeben mögen.

„Das sind dann vor allem Jugendliche, gar nicht mal die Älteren“, sagt der Kehr-Profi im NWZ-Gespräch. Im Übrigen seien es auch Letztere, die weniger aufs Stadtbild achten würden, so hätten die Saubermänner festgestellt. „Die jungen Generationen passen wirklich auf und nehmen ihr mitgebrachtes Zeug meistens wieder mit oder entsorgen es zumindest richtig.“

Wie zehn Elefanten

Vielleicht ist’s aber auch gar keine Generationsfrage, sondern eine der Verbundenheit: Denn oft genug seien es eben auch externe Besucher, die Oldenburg so hinterließen, wie sie es eben nicht vorgefunden haben. Eine entsprechende Statistik gibt es dazu freilich nicht. Wenn aber jeder ein bisschen auf seinen eigenen Müll achtet, dann ...

Noch ein paar Zahlen zum besseren Verständnis: Die einzusammelnde Müllmenge beim Stadtfest beträgt voraussichtlich (und mit Blick auf die vergangenen Jahre) 20 bis 25 Tonnen. Für Freunde wilder Umrechnungen (zum Stadtfest sei das mal erlaubt): das sind etwa zehn Elefanten oder 1250 gefüllte Kisten Bier.

Und um die wieder aus der Innenstadt zu bekommen, braucht es halt schon einiger engagierter AWB-Kräfte. Sprich: Die Abfallsammlung ist täglich am (sehr) frühen Morgen mit einem Fahrzeug und drei Personen für rund fünf Stunden im Einsatz. Darüber hinaus schwingen gleich 14 Mitarbeiter etwa sechs bis sieben Stunden lang nächtlich den Besen. Eingesetzt werden dazu vier kleine und eine mittlere Kehrmaschine sowie drei Kolonnenfahrzeuge. Für all das: Danke!

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