Oldenburg Das 24. Internationale Filmfest Oldenburg in 40 Minuten wiederzugeben, erinnerte stark an das Theaterstück „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“. Es wäre sicher noch ausführlicher gegangen, doch Torsten Neumann hatte sich vorgenommen, es mal kurz zu machen. Gewohnt launig und kenntnisreich stellte der Festival-Leiter in den Räumen der Oldenburgischen Landesbank (OLB) die Filme vor.

Ausgestattet mit dem druckfrischen Programmheft („Bibel des Filmfests“) und einem Kugelschreiber saßen rund 200 Filmfans in der Mustermesse des unabhängigen Kinos, um an Ort und Stelle die Eintrittskarten zu kaufen.

Schub dank Nicolas Cage

Neumann räumte ein, dass der Besuch des Hollywood-Schauspielers Nicolas Cage in Oldenburg im Vorjahr einen zusätzlichen Schub in der Medienwahrnehmung verursacht hat. „Letztlich wusste er, was er damit für uns tat. Deshalb laden wir in erster Linie Leute ein, die zu uns passen“, sagt Neumann – und verweist auf Moritz Bleibtreu. Man könne sicher sein, dass er als Co-Produzent um die große Chance weiß, wenn „sein Film Familiye als Weltpremiere zur Eröffnung unseres Festivals gezeigt wird“.

Der unter der Regie von Torsten Neumann und Deborah Kara Unger entstandene Trailer mit dem österreichischen Schauspieler Arno Frisch in der Hauptrolle läuft seit zwei Wochen auf über 100 Kinoleinwänden. Es sei draußen längst angekommen, dass „wir hier Kino für die Zuschauer machen und die Oldenburger mutig sind.“

JVA als fester Spielort

Der Mut zum Besonderen drückt sich auch im Spielort JVA aus. Zum zwölften Mal ist das Filmfest „zu Gast im Knast. Es ist sicher nicht normal, einen Film zu schauen, mit Menschen, die zeitweise ihren Lebensmittelpunkt dort haben.“

Dass es sich bei den JVA-Filmen inhaltlich um Mord und Totschlag handelt, sei weder als Provokation noch Nachschulung aufzufassen. Neumann steht seit langem im konstruktiven Dialog mit Anstaltsleiter Gerd Koop. Dort werden in diesem Jahr die Filme „Mord auf Vis“, „Messer am Hals“ und der Tatort „Der Fall Holdt“ gezeigt.

Und wie seit zwölf Jahren üblich steht die Sicherheit an erster Stelle. Der Einlass wird wie immer nur gegen ein gültiges Ticket und Vorlage des Personalausweises gewährt.


     www.filmfest-oldenburg.de 
Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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