Oldenburg Der Brauch ist alt, die Freude daran immer wieder neu: Einst sollten Osterfeuer böse Geister und den Winter vertreiben, heute dienen sie vor allem der Unterhaltung und der Geselligkeit. Das Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Oldenburg hat für Ostersamstag, 20. April, vier öffentliche Osterfeuer, die für die Allgemeinheit zugänglich sind, genehmigt.

Dazu zählen die Feuer am Birkenweg, an der Tweelbäker Tredde 80, am Bittersweg und am Wolfsbrücker Weg, die von verschiedenen Vereinen veranstaltet werden (siehe Info-Kasten). Die Stadtverwaltung weist zudem darauf hin, dass auch privat organisierte Osterfeuer anzeige- und genehmigungspflichtig sind. Den Angaben zufolge wurden acht solcher Feuer in diesem Jahr für den 20. und 21. April genehmigt. Dazu zählt beispielsweise das Osterfeuer beim Bunker in Klein-Bornhorst. Das wird traditionell am Ostersonntag bei Einbruch der Dämmerung abgebrannt.

In der Nachbarschaft

Und nahe der Stadtgrenze, aber auf Gebiet der Gemeinde Hatten, laden der Tweelbäker Heimatvereen und die Jugendgruppe Tweelbäker Haufen ein. Am Ostersamstag brennt das Feuer ab ca. 19.30 Uhr auf dem Gelände am Uhlenbargsweg. Für Ostersonntag wird zum Ostereiersuchen eingeladen. Los geht’s um 10.30 Uhr auf dem Dorfplatz (Kuhlmannsweg) am Tweelbäker See.

Laut Stadt wurden die Anträge auf Genehmigung eines Osterfeuers vom Ordnungsamt in Abstimmung mit der Feuerwehr sowie dem Fachdienst Naturschutz und technischer Umweltschutz geprüft und beschieden. In diesem Jahr wurde dabei noch mehr als bisher auf Belange des Naturschutzes geachtet. Grundsätzlich ist das Verbrennen von Gartenabfällen in Niedersachsen seit 2015 verboten. Osterfeuer können jedoch als „Brauchtumsfeuer“ zugelassen werden.

Hier brennt’s für Die Öffentlichkeit

Nummer 1: Vereinsheim am Birkenweg, Beginn gegen 18.30 Uhr, Veranstalter: Kleingärtnerverein Stadtfeld

Nummer 2: Brennplatz am Bittersweg, Beginn gegen 19.30 Uhr, Veranstalter: Heimat- und Bürgerverein Neuenwege

Nummer 3: Tweelbäker Tredde 80, Beginn etwa 19 Uhr; Veranstalter: Krusenbuscher Sportverein

Nummer 4: Wolfsbrücker Weg, Beginn gegen 19.30 Uhr; Veranstalter: Landvolkverband Oldenburg-Stadt

Gebote und Verbote

Beim Abbrennen sind nach Angaben der Stadt aber folgende Gebote und Verbote zu beachten:

 Es dürfen nur pflanzliche Abfälle (Reisig, Zweige, Äste und ähnliches) verbrannt werden; das Abbrennen von anderen Abfällen, insbesondere von Haus- und Sperrmüll, ist unzulässig.

 Das Feuer darf nicht mit Flüssigbrennstoffen oder Reifen in Gang gesetzt oder unterhalten werden.

 Das Material soll erst 14 Tage vor dem Abbrennen zusammengetragen werden.

  Das Material muss am Tage des Anzündens umgeschichtet werden. Hasen, Kaninchen, Igel, Spitzmäuse, Käfer, Wildbienen und weitere Arten suchen nämlich häufig Unterschlupf im Osterfeuerstapel. Die Kleintiergruppe des Tierschutzvereins Oldenburg appelliert an alle Organisatoren, die Feuerstellen vor dem Abbrennen vorsichtig umzuschichten – damit das Osterfeuer für Kleintiere nicht zum Scheiterhaufen wird.

  Das Aufschichten und Abbrennen von Osterfeuern ist in Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie im Bereich von Naturdenkmälern und geschützten Biotopen sowie auf moorigem Untergrund nicht erlaubt.

  Folgende Sicherheitsabstände zur Brennstelle sind einzuhalten: 300 Meter zu Krankenanstalten; 100 Meter zu Gebäuden mit Aufenthaltsräumen, Gebäuden mit „weicher“ Bedachung, öffentlichen Verkehrsflächen (soweit diese nicht ausschließlich land- und forstwirtschaftlichem Verkehr dienen), Wäldern, Heiden, Wallhecken und entwässernden Mooren, Energieversorgungsanlagen, Zeltplätzen und anderen Erholungseinrichtungen; 50 Meter zu unbewohnten Gebäuden aus nicht brennbaren Baustoffen mit „harter“ Bedachung.

  Auf trockenen Weiden ist dafür Sorge zu tragen, dass kein Flächenbrand entsteht.

  Durch Rauch darf der öffentliche Verkehr nicht behindert und niemand mehr als den Umständen entsprechend belästigt werden.

  Gefahrbringender Funkenflug darf nicht entstehen.

 Feuer und Glut müssen bei Verlassen der Feuerstelle erloschen sein.

 Das Feuer muss von mindestens zwei erwachsenen, arbeitsfähigen Personen beaufsichtigt werden.

 Bei starkem Wind ist das Abbrennen – auch nach erteilter Genehmigung – unzulässig.

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