Lebhafte Resonanz Auf Aktionstag
Oldenburger nehmen sich ein Herz und machen mächtig Druck

Der Zuspruch auf dem Schlossplatz war groß: Viele Bürger machten sich schlau über Erste Hilfe, Rettungsangebote und das, was sie selbst im Notfall tun können. Vor allem bei einem Programmpunkt war richtig der Bär los.

Bild: Sascha Stüber
So geht’s: Fachleute zeigten, wie auch ohne Hilfsmittel eine Wiederbelebung funktionieren kann.Bild: Sascha Stüber
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Ganz schön heftig: Der Überschlagsimulator der Verkehrswacht machte mit Nachdruck deutlich, was bei Unfällen passieren kann – und wie man sich verhalten sollte.Bild: Sascha Stüber
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Das geht jeden an: Druckmassagen sind ein wirkungsvolles Mittel zur Ersten Hilfe. Auf dem Schlossplatz wurde viel geübtBild:
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Freie Fahrt: Der NWZ-Kinderclub mit Organisator Andreas Ahlden war mit einem Oldtimer-Feuerwehrauto vorgefahren.Bild:
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Hoch hinaus: Auch NWZ-Maskottchen „Flux“ ließ sich von der Feuerwehr in einer Gondel nach oben ziehen.Bild: Sascha Stüber
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Kreativität gefragt: An den Ständen hatten viele Aussteller Mitmachaktionen vorbereitet.Bild: Sascha Stüber
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Oldenburg Zwischendurch war richtig der Bär los. Nämlich dann, wenn auf dem Schlossplatz gut 50 Menschen unter Leitung von Klinikum-Mitarbeitern in die Knie gingen und alle gleichzeitig den Dummies „Druck machten“.

Nach dem passenden Titel „Staying alive“ (Bleib am Leben) von den Bee Gees (1977) schwangen sich rhythmisch Alt und Jung über die leblosen Plastikkörper, um das Blut im Ernstfall in Fluss halten zu können. „Sie werden das Herz durch eine Druckmassage nicht in Bewegung setzen, dazu benötigt es Medikamente“, sagte Kathleen Hirsch, Ausbildungsbeauftragte beim Roten Kreuz. „Wichtig ist, dass das Gehirn mit Blut versorgt wird, und dazu wendet man die Herz-Druck-Massage an.“

Musik unterstützt

Und alles passierte unter Mitwirkung des bekannten Oldenburger Gesangs-Duos Judith und Mel. Nachdem die beiden einige ihrer bekannten Songs von der Bühne zum Besten gegeben hatten, stiegen sie hinab, um sich mit den vielen Gästen in der Herz-Druck-Massage zu üben.

Polizei steht Kopf

Bei der Polizei stand alles „auf dem Kopf“. In einem Pkw, der sich um 360 Grad drehen ließ, konnte geübt werden, wie man sich aus einem Wagen befreit, wenn der im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf steht.

Bevor Kathleen Schwab mit ihrer Tochter Alexia (8) einstieg, gab es von Klaus Blaser und Hermann Nee wertvolle Tipps: Der Gurt sollte fest am Körper liegen. Wenn der Wagen auf dem Kopf steht, sollte man sich vor dem Abschnallen in den Sitz drücken, in dem man die Füße gegen die Windschutzscheibe presst. Kathleen Schwab konnte sich mühelos befreien und musste jetzt noch die Tochter auf dem Rücksitz erlösen. Das gelang ihr wunderbar. „Mama war gut“, berichtete Alexia stolz.

Auch Andreas Ahlden vom Kinderclub der NWZ saß mit Mats (7) im Polizeiwagen. „Man kämpft doch ein bisschen mit der Panik“, gab er zu. Aber Mats fand es gut. Ahlden hatte einige NWZ-Kinderclub-Kinder vom NWZ-Medienhaus in der Peterstraße in einem historischen Mannschaftswagen der Feuerwehr durch die Stadt zum Schlossplatz kutschiert.

Herz-Druck-Massage

Peter Haardt informierte sich auf dem Stand der Johanniter. Er war früher Rettungsschwimmer und meinte, dass sich in der Technik der Herz-Druck-Massage nicht viel geändert habe. „Vieles ist aber wesentlich einfacher geworden. Wichtig ist, dass man weiß, was man tun kann“, so der Postzusteller. Sonja Stolle von der Johanniter Akademie stellte fest, dass beim „Oldenburg-rettet-Leben- Tag“ vor zwei Jahren die Besucher fragten: „Was ist das?“, wenn sie einen Defibrillator sahen. Heute lautet die Frage: „Wie funktioniert ein Defibrillator?“, so die Diplom-Pädagogin. „Die Besucher sind sehr an der Funktionsweise des Automatisierten Externen Defibrillatoren interessiert“, so Stolle. Kathleen Hirsch, Ausbildungsbeauftragte beim Roten Kreuz: „Häufig haben die Menschen Angst, etwas falsch zu machen. Kinder gehen anders an die Sache ran“, sagte Birger Holz, Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes des Roten Kreuzes.

Rettungsfahrzeug

Brandmeister Florian Ehm von der Berufsfeuerwehr Oldenburg erläuterte den Gästen die Ausstattung eines Rettungswagens. Neben einer umfangreichen technischen Ausstattung seien immer ein Notfallsanitäter und ein Rettungssanitäter an Bord, beruhigte er eine Dame. „Ein Beatmungsgerät, ein EKG-Gerät und ein Absauggerät für Speichel oder Blut sind immer dabei“, so Ehm.

Beim Schulwettbewerb des Klinikums Oldenburg ging es heiß her. Isabell Wellner und Lisa Gößling konnten den Andrang nur mit großer Mühe bewältigen.

Die Schülerinnen und Schüler mussten ein Bobbycar-Rennen bewältigen – allen voran Louis (6), Oskar (6) und Nele (9) – und einen Wasserlauf. Bei Letzterem pressen zwei Körper einen Luftballon zwischen sich und müssen gleichzeitig je ein Glas Wasser transportieren, ohne einen Tropfen zu verschütten. Gefühl war gefragt, wenn in einer „Blackbox“ medizinische Geräte ertastet werden mussten.

Ausblick von oben

Die Malteser waren dabei; die Feuerwehr hob die Besucher mit einem 40-Tonnen-Kran in einer Gondel meterhoch über Oldenburg.

Moderatorin Kerstin Michaelis interviewte NWZ-Chefredakteur Lars Reckermann, Experten, Betroffene und Überlebende von Notfällen auf der Bühne. In den Themen-Pavillons gab es Herzchecks, Trainings mit dem Defibrillator und der Notfall-App. Rolf Exner hatte mit seinen Mitstreitern 475 Brötchen mit Leberkäse belegt und servierte dazu knackigen Krautsalat. „Für Suppenfreunde, haben wir eine leckere Tomatensuppe gekocht“, bot er an. Insgesamt herrschte eine tolle Stimmung, und die Veranstalter und Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden.

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