Oldenburg „In der Oldenburger Kunstszene gibt es viel mehr zu entdecken, als viele für möglich halten“, sagt Martina van de Gey. Auf die Initiative der Künstlerin und Vorsitzenden des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) startete vor 14 Jahren die Veranstaltung „Offene Arteliers“ (das „r“ in der Mitte verbindet „Art“, das englischen Wort für Kunst, und Atelier). „Das ist eine gute Möglichkeit für die Künstler, sich zu zeigen. In Oldenburg gibt es für sie ja kaum Galerien oder Ausstellungsflächen.“

Alle zwei Jahre öffnen Oldenburger Künstler ihre Ateliers und Werkstätten für Besucher, zeigen ihre Werke, ihre Arbeitsweise und sind bereit für Gespräche. Der Zweijahresrhythmus sei wichtig, damit die Künstler – vor allem Maler – Zeit genug hätten, um jeweils neue Ausstellungen zu gestalten, sagt van de Gey. Aber auch sonst könnten sich die regelmäßigen Besucher der „Offenen Arteliers“ immer wieder auf Veränderungen einstellen. Die Oldenburger Kunstszene sei in Bewegung, vor allem, weil die Immobilienpreise in der Innenstadt so stark stiegen, dass sie für viele Künstler nicht mehr zu bezahlen seien. „Immer mehr Ateliers werden aus der Stadt rausverlagert“, hat van de Gey beobachtet.

Die Auswahl für die Besucher ist dennoch groß: 39 Einzelkünstler und drei Ateliergemeinschaften beteiligen sich in diesem Jahr. Und van de Gey hofft auf ein ähnlich reges Interesse bei der Bevölkerung wie im vergangenen Jahr. Rund 10 000 Besucher verzeichneten damals die Künstler im Stadtgebiet und in der Region – die Ausstellung in der Region fand am vergangenen Wochenende statt.

Die Oldenburger seien kunstinteressiert. „Viele setzen sich auf ihr Fahrrad und fahren die Ateliers ab“, sagt van de Gey. Und sie blieben gerne ein wenig länger und nutzten die Gelegenheit zum Gespräch abseits des Kaufzwangs in den Galerien. Allerdings würde sich die Initiatorin mehr Resonanz von jüngeren Besuchern wünschen.

Die Künstler können sich trotzdem neben dem Interesse an ihrer Arbeit auch Hoffnung auf ein Geschäft machen. Rund 250 Werke – sowohl kleine als auch großformatige – seien im vergangenen Jahr an den beiden Wochenenden der „Offenen Arteliers“ verkauft worden.

Übersichtskarte als PDF.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg

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BBK | Offene Arteliers

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