Oldenburg „Oper am Klavier“, das gab es im 19. Jahrhundert in den privaten und öffentlichen Salons häufiger zu hören. Diese Tradition hat das Oldenburgische Staatstheater am Montagabend im Kleinen Haus aufgegriffen und die fast komplette Musik der 1826 komponierten Oper „Oberon“ von Carl Maria von Weber aufgeführt.

Der wichtigste Mann des Abends war der ein komplettes frühromantisches Orchester ersetzende Carlos Vázquez, der am alten Konzertflügel Großartiges leistete. Unter seinen Händen rauschten die Meereswellen, perlten galante Läufe und führten Tremoli und Staccatoakkorde in die teils wüste Handlung von Liebe, Mord, Entführung, Verzauberung und Erlösung.

Jason Kim sang einen stimmgewaltigen, unbeirrbaren Helden Hüon. Seine Partnerin und Geliebte Rezia wurde von Brit-Tone Müllertz mit dramatischer, nicht immer ganz intonationssicherer Sopranstimme, ausdrucksvoll gesungen.

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Melanie Lang gestaltete sehr beeindruckend die Rolle der Fatime, die immer wieder sehnsuchtsvoll an ihre Heimat denken mußte, mit zarten und geschmeidigen Zwischentönen. Die zum Teil recht anspruchsvollen Gesangspartien wurden ergänzt durch Daniel Moon (Scherasmin) und Timo Schnabel (Oberon). Als Mitglied des Opernstudios wirkte zudem Altistin Erica Back in der gut gestalteten Rolle des mit seiner Lilie alles verzaubernden Puck mit.

Durch die Handlung, das Libretto der Oper ist von James Planché und Christoph Martin Wieland, führte Stephanie Twiehaus, manches aus den Regieanweisungen

ergänzend und hin und wieder auch kommentierend. Hier wäre sicher ein stimmlich geschulter Schauspieler besser gewesen, der ohne Microfon und mit größerer emotionaler Anteilnahme durch diese märchenhaft-romantische Handlung geführt hätte.

Die Musik von Carl Maria von Weber hat eine ungemein ansteckende Lebendigkeit und verweist mit manchem romantischen Gestus auf spätere, große Opern des

19. Jahrhunderts. Der intime Rahmen des Kleinen Hauses bietet die Gelegenheit, solche weniger bekannten Opern auf diese Weise kennenzulernen.

Den Gesangssolisten wäre allerdings zu raten, diese Möglichkeit auch interpretatorisch mehr zu nutzen. Es muss nicht immer alles so laut und mit volltönenden Stimmen gesungen werden, vor allem bei den Quartetten. Manches könnte geschmeidiger sein, was in Hinsicht auf die musikalischen Zwischentöne und die Textverständlichkeit ein großer Gewinn wäre.

Dem Publikum gefiel die lebhafte und farbenfrohe Darbietung des „Oberon“. Beim „Sommernachtstraum“ des achten Sinfoniekonzertes werden uns manche der märchenhaften Charaktere, in der Dichtung William Shakespeares und dann mit der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, wieder begegnen.


Infos:   www.staatstheater.de 
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