Oldenburg Liebe ist wichtig, Liebe ist ambivalent, Liebe ist allgegenwärtig: Das Frauen-Quartett Salut Salon, das auf dem offiziellen Tournee-Foto als Revoluzzer-Quartett mit der rot-schwarzen Liebesfahne wie auf den Barrikaden stehend abgebildet ist, gastierte im Großen Haus des Staatstheaters mit einem bunten Programm zum Generalthema Liebe. Im vollbesetzten Haus saß nicht nur das übliche Oper- und Konzertpublikum, denn dem Quartett eilt der Ruf voraus, klassische Musik einzubinden in eine Show, die übergreifend auch Musik jeglicher Couleur aufgreift und mit Songs, Couplets und Comedy sich an ein breitestes Publikum wendet: An alle.

Die beiden Geigerinnen von Salut Salon, Angelika Bachmann und Iris Siegfried, kennen sich schon aus dem Schulorchester. Das war 1982. 2005 erschien die erste CD des Quartetts Salut Salon, zu dem noch die Cellistin Romy Nagy und die Pianistin Olga Shkrygunova gehören. Mit weiteren CD‘s und der Fernseh-Entdeckung ging es bekanntheitsmäßig steil aufwärts. Das Crossover-Programm kommt gut an und mittlerweile gibt auch eine gemeinsame Aufnahme mit dem Hamburger Rapper Samy Deluxe.

Getreu dem Motto „Let‘s fall in love“ nach der berühmten Swing-Nummer von Cole Porter spielen die vier Künstlerinnen nicht nur Musik an ihren „eigentlichen“ Instrumenten, sondern wechseln auch zu anderen Instrumenten wie etwa Akkordeon und Bandoneon oder gar einer musikalischen und liebeshungrigen Puppe im Frack, dem einzigen Mann, der auf der ganz in Rot gehaltenen Bühne geduldet wird und der sogar ein paar Küsschen einheimst. Das sehr emotionalisierte Spiel der vier ganz in Rot gekleideten Damen beschränkt sich aber nicht nur auf die Instrumente, sondern geht auf alle Möglichkeiten, die Gestik, Mimik, Tanz, Neckereien und Comedy bieten. Und da die Liebe auch eifersüchtig und grausam sein kann, sogar zu Beziehungstaten neigt, wurde auch noch gemordet und lustvoll schreiend gestorben. War das Schauspielerische nun der Hauptmoment und die Musik von Cole Porter über Robert Schumann und Astor Piazolla (Tango!) bis hin zu Gershwins „Rhaosody in blue“ die untermalende Begleitung – oder war es doch andersherum: Die Musik zum Generalthema Liebe ließ die Phantasie und die Assoziationskraft frei und die vier Solistinnen holten in einem furiosen Tempo ohne Verschnaufpausen mit Herz und Seele, Körper und Geist alles aus den amourösen Vorgaben heraus?

Nach einem noch ein wenig furioseren und exaltierteren Medley mit nicht weniger als 29 aufgegriffenen Songs vom bitterbösen Toten Hosen-Song „Alles aus Liebe“ bis zum Beatles-Evergreen „All you need is love“ und 140 Minuten Liebes-Power, die wie im Fluge vergingen, gab es den erwartbaren, kaum endenwollenden Beifall des enthusiasmierten und befriedigten Publikums.

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