Oldenburg Wer etwas über Inspirationsquellen von Kompositionen erfahren wollte, war bei dem anregenden Abend mit vierhändiger französischer Klaviermusik in der Aula des Alten Gymnasiums richtig. Das Salzburger Klavierduo Ines Bartha und Gianfranco Sannicandro war zu Gast beim von der Oldenburger Musikwissenschaftlerin Kadja Grönke initiierten Dialogkonzert, das in Kooperation mit der Universität und dem Deutschen Tonkünstlerverband stattfand. Grönke wies darauf hin, dass sich die französischen Komponisten vor gut 100 Jahren besonders von Tanzgesten und Naturbildern inspirieren ließen. Beides war in Claude Debussys „Petite Suite“ unmittelbar zu hören: Die Bewegungen des Wassers in den Arpeggien des Flügels und die Tanzgestik in einem rhythmisch verschleierten Walzer.

Märchenbilder waren die Inspirationsquelle zu den zauberhaften fünf Miniaturen „Ma mére l’oye“ von Maurice Ravel. Mit feinfühligem Anschlag und dynamischer Vielfalt interpretierte das Duo die Geschichten vom kleinen Däumling und die Atmosphäre eines Feengartens. Im „Gespräch zwischen der Schönen und dem Biest“ verwandelte sich der geschmeidige Walzer durch die vom Komponisten geforderten Beschleunigungen zu einer beeindruckenden Verfolgungsjagd.

Eine Inspirationsquelle für Francis Poulencs frühe Sonate waren Impressionen der Großstadt. Ostinate Rhythmen, gewürzt mit belebenden Dissonanzen, malten das Bild einer quirligen Stadtatmosphäre. Cécile Chaminade komponierte mit ihren romantischen Charakterstücken Salonmusik im besten Sinne: Mit virtuosem Gestus, melodischer Eleganz und harmonischem Einfallsreichtum waren diese Raritäten eine Bereicherung des vierhändigen Konzertrepertoires.

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Das Duo gefiel durch sein ausdrucksvolles und dynamisch ausgezeichnet abgestimmtes Spiel, das auch in der melodischen Beweglichkeit und der Gewichtung des Klaviersatzes immer wieder für Überraschung sorgte.

Sichtlich Vergnügen bereitete beiden die Wiedergabe der „5 leichten Stücke“ von Igor Stravinsky, in welchen ostinate Tanzfiguren mit schlichten Melodien kombiniert sind. Erik Satie verdiente seinen Lebensunterhalt mit Klavierspielen in Varietés. In seinen „Ernsthaften Fantasien“ parodiert er die dort üblichen Tanzformen. Es erklangen ein mondäner Cancan, ein Marsch der Mond-Franzosen, sowie eine Polka und ein „Walzer vom geheimnisvollen Kuss ins Auge“.

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