Oldenburg Im April 2007 wurde das aus Oldenburgs Kulturleben nicht mehr wegzudenkende Oldenburger Schlossorchester von Berufs- und Laienmusikern gegründet. Von Beginn an hatte Norbert Ternes die künstlerische Leitung inne und dirigierte das Ensemble. Nun verabschiedete er sich aus Altersgründen vom Publikum und von „seinem“ Orchester, dem er über so viele Jahre mit warmem Engagement und unermüdlicher Geduld seinen musikalischen Stempel aufgedrückt hatte. Der vom Orchester gewählte Nachfolger Johannes Birk wird in entsprechend große Fußstapfen treten.

Im würdevollen Rahmen des Konzertsaals des Oldenburger Schlosses dirigierte Ternes ein hochkarätiges Abschiedskonzert mit drei großartigen und klangschönen Werken zum großen Vergnügen aller Beteiligten. Nach einem mehr als zweistündigen Konzert applaudierte das Auditorium enthusiastisch und zeigte seine Zustimmung zudem noch durch intensives Fußgetrappel. Ternes hatte seine Karriere als Dirigent mit einer kräftigen, energischen und mitreißenden Interpretation der Sinfonie Nr. 9 von Antonin Dvorák beendet. Besser bekannt unter dem Beinamen „Aus der Neuen Welt“, besticht die Sinfonie durch ihre in die Beine gehenden markanten Rhythmen und durch eingängige Melodien, die Dvorák an Volksmusiken aus Nordamerika anlehnte. Besonders das getragene Largo exponiert Stimmungen, die die Filmmusiken der klassischen Western vorwegnehmen.

Aber nicht nur eine Sinfonie mit schlagenden Rhythmen und hinreißenden Melodien hatte Ternes einstudiert, sondern auch die Ouvertüre zur Mozart-Oper „La Clemenza di Tito“ und das kompositorisch sehr anspruchsvolle Konzert für Violine und Violoncello op. 102 von Johannes Brahms. Für die beiden Solo-Parts dieses Konzertes konnten mit Tobias Feldmann an der Geige und Valentino Worlitzsch am Cello zwei aufstrebende junge Solisten gewonnen werden, die dem durch und durch erfolgreichen Abend mit ihrem lebendigen, souveränen und beseelten Zusammenspiel noch die Krone aufsetzten. Dank der gut aufgelegten Solisten und dank des intensiven Dirigats gelang eine warme, gefühlvolle und beglückende Interpretation dieser Perle der Konzert-Literatur.

Das Orchester und die Solisten agierten erfolgreich und in ansprechender Balance miteinander. Norbert Ternes setzte mit dem Taktstock den festen Rahmen, ließ aber auch dem Orchester und den Solisten genug Luft zum Atmen in dieser großen Musik, die sich wie von selbst entfaltet und frei im ganz großen Rahmen schwingen und aussingen will.

Für diese ebenso sensible wie ansprechende und anspruchsvolle Leistung gab es ganz besonders warmen, anhaltenden Beifall.

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