Oldenburg Die lange Nacht der Kirchen war auch eine lange Nacht der Klänge. Musik gab es an manchen Orten in der Peterstraße, und ein Highlight lieferte dabei der Demantius Chor. In der Forumskirche St. Peter ließ der Oldenburger Chor überwiegend romantische und postromantische Klänge in einem A-cappella-Programm hören. Die vielen Besucher in der überfüllten Kirche, in der selbst in den Gängen noch Menschen standen, erlebten (trotz bisweilen etwas störender Nebengeräusche von draußen) eine hohe Stunde des Chorgesangs.

Um „Gutes und Barmherzigkeit“ ging es im Programm des Demantius Chores, welcher entsprechend Werke mit beseeltem, bisweilen gar zärtlichem und zu Herzen gehendem Charakter präsentierte. Davon zeugte schon das eingehende Antiphon von Morten Lauridsens „Ubi caritas et amor“: Nur von den Männern des Demantius Chores gesungen, wirkte diese gregorianisch anmutende Musik leise, klangschön, in klugen Linien präsentiert und nuancenreich, dann geradezu beseelt beim Einsatz der Frauen – ein großer Moment schon gleich zu Beginn des Konzerts.

In ähnlichem Grundton erklang das „Dominus regit me“ des zeitgenössischen lettischen Komponisten Rihards Dubra, und ebenso Mendelssohn Bartholdys „Mein Herz erhebet Gott“ op. 69 Nr. 3: Immer wieder bauten die knapp dreißig Sänger dieses erstklassigen Kammerchores ihre ausdrucksstarken Gesänge aus dem Leisen und Feinsinnigen heraus auf, ließen viele Nuancen und immer wieder andere Farben hören. Die Kontraste aus den dynamischen Aufschwüngen erschienen so noch wirkungsvoller, gerade etwa in Johannes Brahms‘ „Warum ist das Licht gegeben“ op. 74 Nr. 1.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Technisch sauber erarbeitete der Chor die teils komplexen Fakturen dieser Werke. Angeführt wurde er dabei von Dorothee Bauer. Seit 2011 Leiterin des Demantius Chores, dirigierte Bauer souverän und klar zeichnend, dabei völlig unprätentiös.

Den klingenden Widerpart zum Chorgesang lieferte dabei der behände und technisch souverän agierende Organist Thomas Meyer-Bauer, der Orgelwerke von Mendelssohn Bartholdy und Vierne hören ließ. Den Schlusspunkt setzte hingegen der Chor, der das Konzert mit Maurice Duruflés verträumter, hoch ästhetischer Version des „Ubi caritas“ feinsinnig verklingen ließ.

Zum Schluss großer Applaus und Rheinbergers „Abendlied“ als passende Zugabe.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.