Oldenburg Unter dem Motto „French Connection“ waren beim Kammerkonzert im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters vier Instrumente mit jeweils ganz unterschiedlichen Klangeigenschaften zu erleben: Oboe, Horn, Violoncello und Klavier.

Eine fünfsätzige Suite in F-Dur von Théophile Sourillas für genau diese Besetzung eröffnete das Programm. Das romantische Werk, sicher eine Konzertrarität, gefiel durch ungewöhnliche chromatische Rückungen, abwärtsgehende chromatische Sequenzen und melodischen Einfallsreichtum. Bei der „Romance“ war häufig eine neapolitanische Wendung zu hören und der rhythmisch ansprechende „Danse norwégienne“ im gleichnamigen f-Moll brachte ungewöhnliche Skalen mit alterierten Tonschritten.

André Saad und Wilhelm Hofmann zelebrierten danach die Sonate für Violoncello und Klavier von Claude Debussy mit allergrößter Spielfreude. Schon beim modalen Beginn der Sonate spielten beide Interpreten gestenreich mit den rhapsodisch freien Melodiefloskeln. Bei der „Sérénade“ demonstrierte André Saad in beeindruckender Weise verschiedene Pizzicatotechniken, die zu immer neuen Klangfarben führten. Wilhelm Hofmann war ein fantastisch mitgestaltender Klavierpartner in diesem anspruchsvollen Kammermusikwerk.

Joaquim Palet zeigte eine enorme Klangfarbenvielfalt auf dem Horn bei der „Villanelle“ von Paul Dukas. Immer wieder gab es neben der ländlichen Volksweise kontrastierende Momente, wo das Horn aufblühte, schmetterte oder zwischen zwei Dämpfungen wechselnd geheimnisvoll und verträumt erklang.

Beim dreisätzigen Trio für Klavier, Oboe und Violoncello von Francis Poulenc war besonders das lyrische und melodisch farbenreiche Spiel der Oboistin Yumiko Kajikawa zu bewundern. Allen drei Spielern gelang eine gekonnte Mischung aus spätromantischer Versunkenheit und gleichzeitiger rhythmischer und harmonischer Verspieltheit, wie sie für Poulencs Musik typisch ist.

Am Ende des Konzertes vereinten sich die vier Musiker noch einmal beim hochromantischen Quartett von Josef Rheinberger. Wilhelm Hofmann gestaltete vom Flügel aus das komplette Konzert mit großer Aufmerksamkeit. Auch in diesem Werk perlten die abwärtsgehenden Arpeggien mit Leichtigkeit und seine Pedalbehandlung war ausgezeichnet. Als deutscher Komponist gehört Rheinberger zwar nicht zur „French Connection“, aber in Bezug auf die Tonarten spannte sich ein gelungener Bogen zum Konzertanfang: Sein Quartett beginnt in f-Moll und endet im gleichnamigen F-Dur. Somit passte auch die Zugabe nahtlos: Mit dem „Danse norwégienne“ erklang noch einmal ein rhythmisch verspieltes f-Moll.

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