Oldenburg Zwei Dutzend Kinder zwischen 8 und 13 Jahren tummeln sich in den unterschiedlichsten Kostümen auf und vor der Bühne des PFL. Gewohnte Sprachfetzen vermischen sich mit eher ungewohnten. Die Schüler des Kooperativen Kindertheaters Ohmstede (KaKaO) proben hier zusammen mit Schülern aus Breslau für eine Aufführung zur Eröffnung der Kibum. Gemeinsam präsentieren sie dort zweisprachig Auszüge aus dem Gedichtband „Der Weg, der niemals endet“ mit Werken verschiedener polnischer Lyriker.

„Seit die Breslauer Schüler hier sind, lesen wir jeden Abend Gedichte aus diesem Buch“, erzählt Theaterleiter Dettmar Koch. „Die lustigsten davon haben wir uns für die Aufführung ausgesucht. Dabei geht es nicht nur darum, sie auf der Bühne auswendig aufzusagen, sondern sie durch Kostüme und Kulisse zu fühlen und zu interpretieren.“ Dazu arbeitet Koch mit Malgorzata Stronska, der Leiterin der Breslauer Theatergruppe, zusammen. Die Regie führt Maud Ritterbeeks. Für die Studentin der Sonderpädagogik ist das eine Herzensangelegenheit. Vor rund 20 Jahren gehörte sie selbst zur ersten Darstellergeneration des KaKaO. „Ich bin quasi da reingeboren“, sagt sie.

Unter den jungen Darstellern klappt die Zusammenarbeit ohne große Probleme. Und das nicht nur, weil Malgorzata Stronska zugleich als Übersetzerin fungiert. „Die Sprache ist dabei überhaupt kein Problem“, hat auch Dettmar Koch bemerkt. „Zum einen sprechen viele der polnischen Kinder selbst schon Deutsch oder Englisch. Zum anderen verstehen sich gerade Kinder intuitiv, auch wenn sie völlig verschiedene Sprachen sprechen.“

Finanziell unterstützt wird das gemeinsame Theaterprojekt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk und der Stadt Oldenburg sowie von der Oldenburgischen Landesbank. Die Schüler aus Breslau sind seit letztem Samstag in Oldenburg und wohnen im Internationalen Jugendprojektehaus Weiße Rose 1. „Seit Samstag proben wir auch jeden Tag fleißig“, sagt Dettmar Koch. „Außerdem gibt es natürlich ein kleines Besuchsprogramm, damit die Kinder auch etwas von der Region zu sehen bekommen, wenn sie schon einmal hier sind.“ Am Mittwoch etwa stand ein Besuch im Klimahaus in Bremerhaven auf dem Plan.

„Ich schätze, dass dieses Projekt für beide Seiten eine Erfahrung wird, die ein Leben lang intensiv bleibt, etwa so wie die allererste Klassenfahrt“, sagt Koch. „Das war auch schon am ersten Abend zu spüren. Da waren die Kinder bis in die Nacht hinein nicht zum Schlafen zu kriegen.“ Dank der intensiven Zusammenarbeit am Projekt habe sich das Problem aber inzwischen erledigt, versichert Koch schmunzelnd.

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