Oldenburg Was, wenn es weihnachtet, und das ganz große Interesse am Weihnachtsmarkt und der einhergehenden Entsorgung von minderwertigen Nahrungsmitteln nicht aufkommen will? Es geht nicht nur Ihnen so – wie im „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ betitelten 3. Kammerkonzert im Staatstheater zu erfahren war. Intellektuell ansprechend und sprachlich auf hohem Niveau trug Jens Ochlast „Der Zauber des seitlich dran Vorbeigehens“ von Max Goldt vor.

Das Programm teilte sich das Streichquintett des Staatstheaters – Cordula Ramke und Rolf Seeber, Violinen, Rüdiger Kuntz, Viola, Norbert Körner Violoncello und Ralf Santo am Kontrabass – und Jens Ochlast als Vorleser von immer heiteren, manchmal auch besinnlichen Weihnachtsschmankerln.

Neben den eher besinnlichen Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ und „Die Sterntaler“ gab es gleich zu Beginn mit Robert Gernhardts „Die Geburt“ einen irritierenden Paukenschlag, denn hier wurde im Stall bei Ochs und Esel nicht Jesus, sondern der Teufel geboren.

Etwas für die große Zahl der Weihnachtsskeptiker war der Textausschnitt „Maria in der Zwangsjacke“ von Joachim Meyerhoff, in dem der Ich-Erzähler von seinen Kindheitserlebnissen berichtet.

Die erklingende Kammermusik für Streicher, häufig arrangiert, stand als sakral getragene Musik (die „Suite Gothique“ von Léon Boellmann) oder als willkommenes Häppchen der leichten Muse („Petersburger Schlittenfahrt“, „Ein Duft von Lavendel“ und „Bohemia“) für sich und doch nicht willkürlich mit den Lesungen gefügt.

Neben Barockem von Händel, Vivaldi und Corelli stachen musikalisch der Quartettsatz c-Moll D 703 von Franz Schubert und ein Satz des 8. Streichquartetts von Dimitri Schostakowitsch heraus, beide großartig gespielt und durch den Ausdruck des Untergründigen, Gefährdeten fast zu ernst im sonst so heiteren Vorweihnachts-Potpourri, das am Schluss nur vergnügte Gesichter und ausgelassene Stimmung zurückließ.

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