OLDENBURG Fragen an den Intendanten des Staatstheaters nach einem Fazit waren eigentlich unnötig. Es reichte völlig aus, den sonst so kritischen Markus Müller am Sonnabend zu beobachten. Er drückte nach der Vorstellung fast jeden an seine Brust, der ihm über den Weg lief. Ohne Worte hieß das zweifellos: Premiere gelungen, der Fliegerhorst hat seine Feuerprobe als Spielstätte mit Bravour bestanden.

Wie fast üblich bei solchen Projekten waren die letzten Arbeiten erst wenige Stunden, bevor Brechts Dreigroschenoper auf der neuen Bühne begann, beendet worden. Zu sehen war davon nichts, aber mit der Nase ließ es sich erahnen: Ein aufgemalter roter Teppich auf dem Asphalt vom Parkplatz bis zur Halle roch noch nach frischer Farbe.

Bilder zur Theaterpremiere auf dem Oldenburger Fliegerhorst

Dieser besondere Fußweg rundete die Anreise ab, die die Besucher an Bunkern, Landebahnen und dem alten Kontrollturm vorbeiführte. Die Anfahrt über das Areal, das betonten alle Gäste, ist ab sofort Teil des Theatererlebnisses.

Im Foyer begann dann nach dem üblichen Gang zur Garderobe und zur Bar die Entdeckungsreise durch die frühere Flugzeughalle. Wo war das Alte, wo begann das Neue? Ein Film, der an die Wand geworfen wird, zeigt im Zeitraffer noch einmal, was alles passiert ist. „Es wirkt toll hier, das haben die wirklich gut gemacht“, lobte Arne Kuhlmann aus Oldenburg.

Intendant Müller fand zu dem Zeitpunkt noch Worte, und nutzte sie, um Politikern, Architekten und Unterstützern zu danken. Seinen Sätzen, die oft mit „hätte nicht“ und „wäre nicht“ begannen, war zu entnehmen, dass die freundliche Übernahme der früheren Militärhalle durch das Theater keine Selbstverständlichkeit war.

Rund vier Stunden später, das Publikum hatte das Ensemble gerade mit viel Applaus bedacht, sagte Müller nur noch: „Alles wunderbar, es hat alles gut geklappt.“ Dann hatte er schon wieder jemanden im Arm, diesmal die Architekten Volker Droste und Stephan Lehmhus, die für den Umbau der Halle verantwortlich waren.

Auch die beiden Planer wirkten gelöst und erleichtert. „Wir hatten die Akustik mit Publikum ja noch nicht getestet“, erzählte Droste von seiner Nervosität vor der Vorstellung. Diese letzten Sorgen verflogen während der Aufführung. „Es war alles glasklar, man konnte sogar Banjo und Gitarre genau heraushören.“

Christian Nocke, Sachverständiger vom Akustikbüro Oldenburg, hatte diesbezüglich nie Zweifel. „Die ersten Messungen haben wir im Januar bei null Grad gemacht“, erinnerte er sich. „Und die letzten vor zwei Tagen. Ich war mir sicher, dass alles klappt.“ Und er behielt Recht.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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