Oldenburg Dicht an dicht drängten sich junge Leute vor den Metallgittern, die den VIP-Bereich in der Tiefgarage des CCOs absperrten – alle warteten auf den Stargast Til Schweiger. 1998 begann die Tradition der legendären geheimen Filmfest-Partys. Thema des Abends: „Punk!“ – der damalige Film des Schauspielers. „Es war das erste Mal, dass wir an so einem Ort eine Party aufgebaut haben“, erinnert sich Filmfestleiter Torsten Neumann.

Mittlerweile haben die sogenannten Secret Partys des Festivals Kultstatus erreicht. Am Filmfest-Freitag jeden Jahres spekulieren Oldenburger, wo sie denn in diesem Jahr steigt. „Die Oldenburger sind echt unterwegs und versuchen reinzukommen“, erklärt Neumann. Doch: Wer keine Einladung hat, hat keinen Zutritt. Viele werden abgewiesen, einige versuchen sogar, an Fassaden hochzuklettern, so Neumann.

In diesem Jahr wurden die Gäste in ein mehrstöckiges Gebäude mitten im Herbartgang geladen. Klassisch verwinkelt bot die Location alles, um sowohl entspannt Gespräche zu führen, als auch ordentlich abzutanzen – was die Gäste dann auch bis 5 Uhr taten. Neben Gin Tonic und Wodka-Cranberry war der „Henriette on the beach“ das beliebteste Getränk – ein Cocktail auf Korn-Basis. Passend zu Oldenburg eben.

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Die Partys sind in der Regel einem Thema entsprechend dekoriert: Graffiti, Filmplakate und ein Schrottauto sah man 1998: „Wir hatten es so ausstaffiert, dass es punkig aussieht“, erinnert sich der Filmfest-Chef. Neben dem Auto fanden die Gäste einen Hammer, mit dem das Fahrzeug demoliert werden durfte.

Seither sind in jedem Jahr die Filmfest-Mitarbeiter auf der Suche nach dem besten Standort für die Feier. Gerade Gebäude, die kurz vor dem Abriss oder leer stehen, eignen sich. Somit saß US-Star Luke Wilson schon auf Turnmatten in einer leerstehenden Grundschule – als Catering gab es natürlich Pausenbrote. Auch in den Ausnüchterungszellen der alten Polizeiwache an der Raiffeisenstraße wurde gefeiert, ebenso in einem ehemaligen Sexshop in der Kaiserstraße sowie in einer alten Bankzentrale, inklusive Tresorraum.

Ein Höhepunkt für Neumann war die Party im Jahr 2000 in der McDonald’s-Filiale in der Innenstadt. Während am Freitagabend die typischen Partygänger durch die Oldenburger Fußgängerzone tingelten, stutzten sie vermutlich beim Anblick des roten Teppichs vor dem Fast-Food-Laden. Der Verkauf nach draußen lief normal weiter, die Schalter im Inneren waren jedoch für das Catering der Filmfest-Gäste reserviert. Auch bei der diesjährigen Party war dieser Höhepunkt mit Sicherheit Gesprächsthema.

Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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