Oldenburg Die negativen Reaktionen im Netz zu den Entwürfen des geplanten Stadtmuseums hatte er erwartet, sagte Museumsleiter Andreas von Seggern. „Es gibt heutzutage kaum einen öffentlichen Neubau, der sich dem nicht stellen muss.“ Deutlich anders war die Stimmung bei der Führung am Sonntag, bei der von Seggern rund 100 Besuchern den Entwurf vorstellte.

So soll das neue Stadtmuseum ausstehen. Bild: Gruppe GME

Er selbst war zwar nicht Teil des Preisgerichts, bewerte die Entscheidung aber als guten Kompromiss zwischen Form und Funktion. Denn aus seiner Sicht wichtig waren vor allem ein Mehr an Ausstellungsfläche, perfekte Bedingungen für die Ausstellungsstücke und ein Einbinden der Museumspädagogik in den Neubau. Dass die Optik sich daran auch orientieren muss, erklärte er an einem Bespiel: „Der Bau kann kein lichter Glaskasten sein.“ Mit den dann entstehenden Lichtverhältnisse könne ein Museum nicht arbeiten. Einige optisch tolle Entwürfe sei zudem schon an den Gesetzen der Statik gescheitert.

Selbst der Gewinnerentwurf hat aus Sicht des Museumsleiters noch Schwächen. So wünscht von Seggern sich, dass das Café besser vom Museumsbetrieb abgetrennt wird. Zudem sei der Übergang zum Horst-Janssen-Museum nicht befriedigend gelöst. „Darüber wird jetzt mit den Architekten verhandelt werden müssen.“

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Neben einer lobenden Äußerung zum Äußeren und dem mit Applaus bedachten Aufruf, sich in der Diskussion nicht unterkriegen zu lassen, waren aus dem Publikum ebenfalls viele Fragen zur Funktionalität zu hören. So wurde unter anderem die Sorge geäußert, dass die historischen Villen und damit das Vermächtnis des Museumsgründers Theodor Francksen abgenabelt würden. Geplant ist der künftige Zugang über die Jürgensche Villa, erklärte von Seggern und verwies auf das entstehende Potenzial, die Villen eigenständig zu vermarkten, „so dass sie nicht mehr als Wurmfortsatz des Stadtmuseums wahrgenommen werden“.

Die Leiterin der städtischen Museen, Nicole Deufel, sprach nach den ersten Reaktionen von einem „guten Prozess“ bei der Entscheidungsfindung und nahm die Kritik im Netz gelassen. „Die, die etwas gut finden, äußern sich ja meist nicht so laut.“

Alle 15 Entwürfe aus der Endauswahl des Architektenwettbewerbs sind noch bis Sonntag, 17. Februar, im Stadtmuseum ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Bei hoher Nachfrage können Führungen angeboten werden.

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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