Oldenburg „Wohin mit der Kultur in Oldenburg?“ lautete die ambitionierte Frage, die Kunstschaffende und -interessierte mit Ratsvertretern diskutierten. Dazu hatte eine Gruppe namhafter Oldenburger Kulturvereine ins Horst-Janssen-Museum eingeladen.

Um die Antwort vorwegzunehmen: Es gab keine. Je nach Interessenlage wurden viele Aspekte in den Raum geworfen – hier einige im Überblick.

 Masterplan Kultur

Mit dem Masterplan „Kultur in der Stadt Oldenburg“ hatte die Verwaltung im Jahr 2007 einen Plan zur mittelfristigen kulturellen Entwicklung vorgelegt. Die vom Rat verabschiedeten Visionen, Leitlinien, Handlungsfelder und Strategien sollten der Kulturpolitik in den folgenden drei bis fünf Jahren Orientierung geben. Der Masterplan hat inzwischen zehn Jahre auf dem Buckel – nahezu keine Rolle spielen dort digitale Medien sowie soziale Netzwerke. Das erste iPhone wurde 2007 präsentiert, Facebook kam erst allmählich in Schwung, Whats App und Instagram sind noch jünger. Das Nutzungs- und Kommunikationsverhalten junger Menschen hat sich seither komplett verändert. Hier könnte der Masterplan gut einen Relaunch vertragen.

 Spielräume

Oldenburg hat auf der Habenseite enorm viel zu bieten: städtische Museen, Landeseinrichtungen, private Ausstellungs- und Spielorte versorgen Kulturfreunde quantitativ aufs Beste.

Aktuell in der Debatte steht die künftige Nutzung der Bauwerkhalle am Pferdemarkt. Die Gemeinnützigen Werkstätten möchten die Immobilie sanieren und ein inklusives Restaurant betreiben. Gegen den drohenden Verlust eines wertvollen Kulturraums laufen viele Kreative Sturm.

Nichtkommerzielle Freiräume oder „Freifelder“ gibt es kaum oder nicht mehr. Hier könnte die „Creative Mass“ neue Impulse liefern, wie Thiemo Eddiks, Leiter des Computermuseums, sagte.

 Veranstaltungen

Internationales Filmfest Oldenburg und Oldenburger Kultursommer sind seit Jahrzehnten Perlen der hiesigen Kulturlandschaft. Alleinstellungsmerkmale können inzwischen auch das Festival der Illustratoren sowie die anerkannte Ausstellung „World Press Photo“ vorweisen.

 Kulturdezernent

In Personalunion bekleidet OB Jürgen Krogmann seit 2015 das Amt. Viel Applaus erntete der anwesende, langjährige Kulturdezernent Dr. Ekkehard Seeber sowie die Forderung nach einem geeigneten Fachdezernenten.

 Image

Kulturfreunde vermissen eine (Kultur-)Identität der Stadt; einige blicken neidvoll auf Osnabrück, die per Ratsbeschluss selbst ernannte „Friedensstadt“, und das von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus. Hier agiert Oldenburg mit dem Horst-Janssen-Museum aber auf Augenhöhe.

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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