Oldenburg Das Sukkulentenhaus im Botanischen Garten ist schon seit deutlich mehr als zehn Jahren für die Besucher nur noch in Ausnahmefällen zugänglich. „Das Gebäude entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen“, erklärt Dr. Bernhard von Hagen, der Kurator des Botanischen Gartens, die Situation. Damit die Pflanzen aus den Subtropen und anderen Trockengebieten wieder allen gezeigt werden können, hat vor etwa vier Jahren die Vorbereitung für den Bau eines neuen Subtropenhaus begonnen. Und so langsam biegt das Projekt auf die Zielgerade ein.

Bau schreitet voran

Das Metallgerüst steht, in Kürze kommen die Scheiben. Dann fehlen noch die Arbeiten in Inneren – Heizung und Tischlerarbeiten. Vielleicht noch im Dezember können die ersten Pflanzen in das neue Haus umziehen und im Frühjahr könnten die Besucher kommen, hofft der Kurator.

Zu sehen bekämen sie dann neben den unterschiedlichsten Kakteen und Wolfsmilch-Gewächsen wie die Madagaskar-Euphobia auch eine ganz besondere Pflanze. Seit zwei Jahren ist der Botanische Garten in Oldenburg im Besitz dreier Exemplare mit dem wohlklingenden Namen „Oldenburgia Grandis“. „Die haben wir ganz normal in einer Gärtnerei in Südafrika gekauft“, sagt von Hagen. So banal, wie er klingt, war dieser Einkauf aber nicht: „Außer in Südafrika und in Oldenburg gibt es sie in keinem Botanischen Garten mehr.“

Eine Pflanze aus Südafrika, die Oldenburg im Namen trägt? Es war nicht die Stadt, die Pate stand, sondern der schwedische Offizier und Pflanzensammler Franz Pehr Oldenburg, wie der Kurator des Botanischen Gartens weiß. „Der hat den schwedischen Botaniker Carl Peter Thunberg in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert bei Reisen durch Südafrika unterstützt.“ Thunberg habe dabei die neue Gattung entdeckt und sie nach seinem Helfer benannt.

Riesendistel ohne Dornen

Vier Arten gibt es von ihr, unter anderem die Oldenburgia Grandis – ein, wie der Name andeutet, imposantes Gewächs. Von Hagen beschreibt es als Riesendistel ohne Dornen. Seine eierschalenfarbene Blüte erinnere an die einer Artischocke. Bis zu zwei Meter hoch könnten die Pflanzen werden. Die Exemplare in Oldenburg, die den Mittelpunkt des neuen Subtropenhaus bilden sollen, sind etwa 70 Zentimeter hoch. Geblüht haben sie noch nicht. „Dazu müssen sie noch etwas wachsen.“ Grundsätzlich sei die Oldenburgia Grandis aber pflegeleicht.

Pflanzenfreunde sollten sich übrigens keine Hoffnungen machen, einen Ableger der Oldenburgia Grandis zu bekommen – jedenfalls nicht aus dem hiesigen Botanischen Garten. Der Verkauf sei mittlerweile gesetzlich verboten, sagt von Hagen.

Katja Mielcarek Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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