Oldenburg Draußen ist es diesig und düster. Im warmen Wohnzimmer machen es sich viele Oldenburger abends gemütlich – vielleicht mit einer Tasse Tee und einem guten Buch?! Aber: welches Buch? Das eigene Bücherregal ist abgegrabbelt. Da muss etwas Neues her. Abhilfe kann da die Stadtbibliothek Oldenburg schaffen. So war die Bibliothek mit ihren sechs Standorten (die Stadtbibliothek und die Kinderbibliothek im PFL sowie die Stadtteilbibliotheken in Eversten, Flötenteich, Kreyenbrück und Ofenerdiek) und weit mehr als 130.000 Büchern, Comics und Zeitschriften im vergangenen Jahr wieder eine beliebte Adresse.

678.858 Printausleihen verzeichnete die Stadtbibliothek im Jahr 2019, wie Heike Janssen, Leiterin des Fachdienstes Bibliothek der Stadt Oldenburg, berichtet. Der gedruckte Lesestoff machte dabei mit 76 Prozent den größten Anteil aller Ausleihen aus. „Die Onleihe mit Hörbüchern und Hörspielen wächst, vor allem bei den jungen Zielgruppen“, sagt Angelika Jobst von der Stadtteilbibliothek Ofenerdiek. Und obwohl nicht mehr so viele Bücher ausgeliehen werden, wie noch vor einigen Jahren, gibt es in der Stadtbibliothek immer wieder besonders stark nachgefragte Titel und Formate.

Romane

In die obersten Plätze des Rankings der Stadtbibliothek schaffen es Bücher, die mehr als zehn Mal im Jahr ausgeliehen worden sind. „Bei einer Ausleihfrist von vier Wochen heißt das, dass sie quasi das ganze Jahr über nicht im Regal standen“, so Jobst. Bei den Romanen schaffte es „Kein Wunder“ von Frank Goosen – ein Roman über den Sommer vor der Wende 1989 – auf Platz eins.

Platz zwei und drei belegen der Krimi „Der Verrat“ von Ellen Sandberg und der Psychothriller „Die andere Frau“ von Michael Robotham. „Krimis und Thriller sind gefragt. Aber auch Romane, die sich mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigen, stehen hoch im Kurse. Die lese ich persönlich auch gerne“, erklärt Angelika Jobst.

Sachbücher

Was Sachbücher betrifft, mögen die Oldenburger Tipps und Tricks, DIY („Do it yourself“), Lebenshilfe, Bücher über gesunde Ernährung. „Es kommt gut an, wenn Informationen kurz und knackig verpackt werden. Zum Beispiel in der Reihe ,Trick 17’“, sagt Jobst. Beliebt seien auch Reiseführer: „Die sind bei uns ein Fass ohne Boden. Auch Reiseberichte werden gerne gelesen“, erklärt Jobst. Auf Platz eins der Sachbücher hat es 2019 ein praktisches Buch mit Strickideen geschafft. Auch „Minimalismus“ von Joshua Millburn stieß bei den Besuchern der Stadtbibliothek auf Interesse.

Kinderbücher

„Tonie“ ist das Stichwort, wenn es um Kinderbücher geht. Dabei handelt es sich um ein würfelförmiges Tonspielgerät für Kinder, auf das kleine Figuren gestellt werden, um Hörgeschichten abzuspielen. Die Stadtbibliothek besitzt weit über 100 Figuren – bzw. Hörbücher. „Davon sind meistens so gut wie alle ausgeliehen“, sagt Jobst.

Was Bücher betrifft, sind Sachbücher wie „Wieso? Weshalb? Warum?“ oder „Was-ist-was“ beliebt. Auch „Star Wars“ oder „Minecraft“ kommen gut an. Bei Kindern sind darüber hinaus Reihen wie „Die Schule der magischen Tiere“ oder „Warrior Cats“ beliebt.

„Ich finde es auffällig, dass immer mehr junge Familien die Bibliothek besuchen“, sagt sie. Dabei seien es nicht mehr nur Mütter, sondern vermehrt Väter, die mit ihren Kindern zur Ausleihe kommen. „Der Besuch bei uns wird immer mehr als Familienzeit genutzt, um gemeinsam etwas zu erleben“, so Jobst.

Dauerbrenner

„Was uns immer wieder verwundert ist, dass die Harry-Potter-Bücher nach wie vor gerne ausgeliehen werden“, sagen Jobst und Janssen. Die Fantasy-Romanreihe der englischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling kommt auch nach mehr als 20 Jahren nach Erscheinen des ersten Romans gut an. Genauso wie Fantasy-Titel seien auch Krimis nach wie vor gefragt.

Persönliche Favoriten

Während Angelika Jobst im vergangenen Jahr gerne Romane über die jüngere Geschichte Deutschlands gelesen hat, ist es bei Heike Janssen ein Kinderbuch, das sie besonders berührte. „Der Goldfisch ist unschuldig“ von Tanja Fabsits, die 2019 den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis gewonnen hat. Er wird seit 1977 jährlich von der Stadt Oldenburg für Erstlingswerke auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur vergeben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchmesse Kibum. „In dem Buch geht es um Depressionen. Ein schweres Thema, das die Autorin in einer Leichtigkeit beschrieben hat, die einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat“, sagt sie.

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Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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