Oldenburg Luftartistik und Akrobatik der besonderen Art kann man am kommenden Sonntag, 2. Juni, vor dem alten Globe-Militärkino auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne erleben. Die Globe-Genossenschaft hat jeweils am ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr stattfindenden Sonntagsöffnung des Kinos die Artisten Lisa Rinne (31) und Andreas Bartl (42) eingeladen. Im Beiprogramm: Kaffee und Kuchen und Führungen durch das Gebäude.

Rinne und Bartl sind seit etlichen Jahren als „Circus unARTiq“ nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auf der ganzen Welt zuhause. Bartl hat in Brüssel an der Hochschule für Zirkuskünste studiert, Rinne in einer Zirkusakademie im niederländischen Tilburg. Engagements führten sie bereits nach Japan, China, Russland und Israel. Beim Globe-Kino zeigen sie atemberaubende Artistik am Trapez und an einer Strickleiter in über acht Metern Höhe, Handstandakrobatik und Jonglage. Die um 16 Uhr beginnende, etwa halbstündige Show ist für alle Altersgruppen geeignet und voller Poesie. „Angelehnt an Märchenfiguren bringen wir eine ganze Reihe von Geschichten auf die Bühne“, sagt die gebürtige Sandkrugerin Lisa. Andreas, in Bayern geboren, ergänzt: „Wir wollen mit unserer Kunst Freiräume und Denkangebote schaffen.“ Der Eintritt ist frei. Nach der Vorstellung wird ein Hut herumgereicht.

Der Erlös kommt der Globe-Genossenschaft zugute. Sie setzt alles daran, das alte, unter Denkmalschutz stehende Kino bis spätestens zum Jahr 2022 als Veranstaltungszentrum für die Nachbarschaft im „Neuen Donnerschwee“, aber auch für ganz Oldenburg herzurichten. Zurzeit warten die Genossen allerdings noch auf die Baugenehmigung.

„Das Globe ist ein genialer Ort für zeitgenössischen Zirkus“, findet Nicola Haßold-Piezunka vom Globe-Vorstand. Diese Einschätzung teilen auch Lisa Rinne und Andreas Bartl. „Wir haben uns von dem Raum gleich inspiriert gefühlt“, sagt Lisa. „Es gibt unheimlich viele Gebäude gerade mit militärischer Vergangenheit, die heute leer stehen. Ich denke immer, verdammt noch mal, mit denen könnte man doch was machen!“, unterstreicht Andreas. „Umso schöner war es zu sehen, dass in Oldenburg eine ganze Gruppe so etwas realisiert.“ Auch deshalb haben die beiden in der Artistenszene bestens vernetzten Künstler vom „Circus unARTiq“ der Globe-Genossenschaft gleich ihre weitere Unterstützung angeboten. „Der zeitgenössische Zirkus hat Potenzial. Darum möchten wir im Globe gern auch diese Kunstform etablieren“, so Lisa. Etwa mit Varietéabenden mit klassischem Nummernprogramm, Abenden mit kleinen bis mittelgroßen Compagnien mit modernem Programm, Sommerfesten oder gar mit mehrtägigen Festivals.

Anfang dieses Jahres sind Lisa Rinne und Andreas Bartl in Großenkneten sesshaft geworden, haben ein Haus aus den 50er Jahren erworben, das sie zurzeit renovieren. In der Einfahrt steht ein zum Wohnmobil umgebauter Mercedes-Lkw, der ihr Zuhause ist, wenn sie unterwegs sind. Nach zehn Jahren in der Großstadt Köln genießen sie das Leben in der Landkreisgemeinde. „Zurück ins Dorf zu gehen, war kein unangenehmer Wechsel“, sagt Andreas, der in einem 250-Seelen-Dorf aufwuchs. Und Oldenburg – und das Globe – sind von hier aus in einer halben Stunde zu erreichen.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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