Oldenburg Ein Paket im Wert von 2000 Euro verschwindet spurlos, Wurst im Paket kommt abgelaufen beim Empfänger an, und der Winterpullover für die Enkeltochter kann nicht gestrickt werden, denn die Wolle ist immer noch unterwegs.

Beschwerden über den Postdienstleister DHL nehmen nicht ab: Bis zu diesem Tage warten Bürger auf Pakete oder hoffen, dass Versendungen endlich beim Empfänger ankommen. Der Zieltermin „Weihnachten“ ist nun schon lange überfällig, und der Stau im Verteilerzentrum Bremen ist für einige Betroffene keine Begründung mehr, dass Pakete ihr Ziel noch nicht erreicht haben. NWZ-Leser teilten uns rege ihre ärgerlichen Erlebnisse mit:

Im DHL-Verteilerzentrum legt eine Mitarbeiterin Pakete aufs Band. BILD: DPA/Patrick Pleul

DHL gibt Tipps für Absender und Empfänger

Der Absender einer Sendung geht den Vertrag mit dem Dienstleister DHL ein – nicht der Empfänger. Denn dieser hat den Einlieferungsbeleg und somit auch den Nachweis, wann und wo er eine Sendung abgegeben hat.

Päckchen oder Paket? Päckchen sind günstiger, aber nicht versichert. Bei Paketen ist der Versand teurer, dafür gibt es eine Sendungsnummer und die Haftung des Versanddienstes. Mit der Sendungsnummer kann der Weg des Pakets im Internet nachverfolgt werden.

Die Nachforschung einer Sendung sollte erst sechs Tage nach Versenden durch den Absender beauftragt werden, heißt es bei DHL.

Jeder Empfänger hat die Möglichkeit, die Annahme zu verweigern. Ist eine Sendung bei der Aushändigung offensichtlich beschädigt, kann die Annahme verweigert werden. Sie geht zurück an den Absender.

Wenn die Sendung äußerlich unversehrt ist und der Empfänger erst beim Öffnen fehlenden oder beschädigten Inhalt feststellt, kann er eine Schadensanzeige einreichen. DHL haftet für Pakete bei Verlust oder Beschädigung bis 500 Euro (nur gegen Vorlage des Einlieferungsbeleges).

Eine Schadensregulierung kann der Absender mit dem Schadensmanagement klären.

  Weitere Infos unter   http://bit.ly/2incc9m

Würstchen vermisst

Familie Pauleit versendete am 18. Dezember ein Paket gefüllt mit Wurst an die Tochter nach Bad Tölz. Der Geburtstag ihrer Uroma stand vor der Tür, und auf die geliebten Würstchen wollte keiner verzichten. „Unsere Tochter liebt die Frankfurter und Wiener Würstchen von Meerpohl“, so Rainer Pauleit. Am 22. Dezember bekam er einen verzweifelten Anruf: „Papa, wo sind meine Würstchen?“. Der Sendungsverlauf ergab, dass die Wurst noch in der Paketfiliale Alexanderstraße liege, aber nicht mehr auffindbar sei. Damit die geliebte Spezialität aus Oldenburg trotzdem am Zielort eintreffen konnte, stellte Frau Pauleit ein neues Paket zusammen und schickte es per Express ihrer Tochter – 50 Euro für Wurstpaket Nummer zwei. Das Paket erreichte das Ziel am nächsten Tag. Im Januar dann ein weiterer Anruf der Tochter: „Wurstpaket Nummer eins ist nun doch noch angekommen“ – einen Monat später und leider abgelaufen. Für die zwei Pakete mit Wiener Würstchen und Frankfurtern habe Familie Pauleit 90 Euro aufbringen müssen.

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Perlenkette fehlt

Einfach unglaublich: Ein Paket im Wert von 2000 Euro ist spurlos verschwunden – Leserin Karin Schröder ist fassungslos. Ihre 87-jährige Freundin schickte ihr ein Paket mit einer Tahiti-Perlenkette und einer 80 cm langen Goldkette – als Dank für ihre gute Betreuung. Zeit verstrich und der wertvolle Schmuck traf nicht ein. Karin Schröder wurde skeptisch und erkundigte sich bei Dienstleister DHL. „Kommt noch“, sei die vertröstende Antwort gewesen. Nach erfolglosem Warten habe sie einen Anwalt eingeschaltet, in der Hoffnung, wenigstens den Versicherungswert in Höhe von 500 Euro zu erhalten. Vergebens, die Zentrale habe darauf aufmerksam gemacht, dass der Schmuck als Wertpaket hätte verschickt werden müssen. Daran habe Karin Schröders Freundin nicht gedacht. Die Freundinnen gehen davon aus, dass das wertvolle Schmuckpaket in der Obhut von DHL gestohlen worden sei.

Verspäteter Nikolaus

Sein Ärgernis teilte Leser Heiko Oldendorf mit. Wenn ein Sprichwort sein (Paket-) Erlebnis beschreiben müsste, würde es wohl lauten: „Viele Wege führen zum Ziel“. Das Nikolausgeschenk für Kinder und Enkelkinder ließ einige Kilometer und Zeit hinter sich, bis es verspätet am 20. Dezember beim Empfänger in Hamburg eintraf. Von Bremen aus führte der Weg zum Postverteilerzentrum Hamburg. Dort lag das Paket zwei Tage. „In den Zustell-Lkw in Richtung Schwarzenbek sei es sogar schon verladen worden. Jedoch habe es aufgrund von Witterungsverhältnissen nicht zugestellt werden können“, gibt Oldendorf die Mitteilung wieder. Zurück ging es für das Paket zum Start-Paketzentrum Bremen. Aus unerklärlichen Gründen wurde das Nikolausgeschenk in Richtung Speyer (Stadt am Oberrhein, Postleitzahlbereich 6) weitergeleitet und blieb dort etwa vier Tage. Ein Anruf bei der Post habe ergeben, dass das Paket an den Versender zurück geschickt wird, da die Empfängeradresse unbekannt sei. Als Oldendorf den Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Adresse auf dem Paket stehe, konnte das Geschenk letztlich doch an den Empfänger versendet werden – 14 Tage nach Nikolaus.

Vier von sechs Paketen fehlen

Jörg Kuhlmann zieht seine eigene Bilanz: Vier von sechs Paketen wurden und werden immer noch mit Verzögerung bearbeitet. Für ihn sei der streikbedingte Paketstau nun nicht mehr alleiniger Grund, dass Sendungen bis heute nicht am Ziel angekommen sind – seit dem 4. Januar liegt eine Sendung unbearbeitet im Paketzentrum Bremen.

Außerdem berichtet Kuhlmann von einem weiteren Vorfall: Am 4. Dezember sei eine Sendung an seine Packstation versandt worden. Er habe beim Versender die Sendungsnummer erfragt und ein ernüchterndes Ergebnis bekommen. Die Lieferung sei bereits am 6. Dezember an den Absender retourniert, mit der Begründung, Empfänger sei nicht zu ermitteln. „Ich habe schon öfter dort bestellt, und es gab bis jetzt nie Probleme“, so Jörg Kuhlmann. Es habe weitere zwei Wochen gedauert, bis die Sendung beim Versender eintraf und erneut an ihn verschickt werden konnte. Diesmal lieber nach Hause statt zur Packstation.

Wo ist die Wolle?

Eine weitere Betroffene aus Oldenburg wollte ihrer zweijährigen Enkeltochter mit einem selbst gestrickten Norwegerpullover eine Freude machen. Mitte Dezember habe die Schwiegertochter ein Paket mit hochwertiger Wolle an sie verschickt. Die Sendung kam nicht an und der Winter neigt sich immer mehr dem Ende entgegen. Vielleicht wird aus der Wolle dann eher eine Überziehjacke für den Sommer – falls das Paket überhaupt ankommt.

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