Bahnhofsviertel Ein Mensch, der offen auf andere zugeht, aber auch Zeit für sich alleine braucht. Jemand, der seine Meinung frei heraus sagt, weil er Ungerechtigkeit nicht ertragen kann, der aber auch zuhört.

Diese Gegensätze vereint Sybille Gimon scheinbar spielend in sich. Die gebürtige Bremerin, die seit 1989 in Sandhatten lebt und auch durch Veranstaltungen im „OLs Brauhaus“ an der Rosenstraße bekannt geworden ist, hat im Laufe der Jahre eine größere zweistellige Zahl an Liedern geschrieben, dennoch sagt sie von sich: „Ich bin keine Musikerin, denn ich habe es nicht studiert. Aber ich habe das Talent für Melodien und zum Entertainment.“

Mutter größter Fan

Geerbt hat sie es von ihrem Vater Bodo Gimon, der sehr musikalisch war und Ende der 40er-Jahre den Kirchweyher Chor leitete. Doch ihr größter Fan war zeitlebens ihre Mutter Gerda, die viele noch bei den Proben des Inklusionschors „OL inklusive“ im Kirchhatter Café Lebenskunst als geduldige Zuhörerin kennenlernen durften.

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Eigene Texte und Lieder

Sybille Gimon (65) geht auf die Menschen zu, kann bei Auftritten begeistern und zum Mitsingen animieren. Ihre selbstgeschriebenen Texte und Lieder (Beispiel weiter unten) zeigen aber auch die introvertierte Seite der Liedermacherin.

„Manchmal“ – Manchmal möcht ich mich verkriechen,/ manchmal ein Gespräch vertiefen,/manchmal mag ich Sonnenstrahlen,/manchmal möcht ich Schatten malen./Manchmal spür ich Traurigkeit,/manchmal große Heiterkeit./Eines aber möcht ich immer:/ Ich selbst sein, so wie ich bin,/ Grenzen und Weiten in mir spüren,/ mich gut durchs Leben führen.

Wer schon einmal ein Chorkonzert in Oldenburg oder dem Landkreis Oldenburg besucht hat, hat vermutlich bereits Gimonsche Lieder gehört, ohne es zu wissen. Mit der Hilfe des verstorbenen Adolf Frey-Völlen, der sich um den Notensatz kümmerte, hat sie viele Werke im JeJo-Musikverlag (Leer) veröffentlicht – angefangen vom heiteren Diät-Motivationslied „Ab morgen“ über den Hatter „Büffelsong“, das Mut machende „Gib niemals auf“ bis hin zum „Wenn Kinderhände Bilder malen“. Auf diversen CDs, auf Youtube und Downloadportalen im Internet sind auch klassische Schlager wie „Liebe pur“ – gesungen von Regina Schneider, Manfred Scholz und Sybille Gimon – wahre Renner.

Weniger in ihrer Wahlheimat bekannt ist ihr Engagement für ein besonderes soziales Projekt. Gemeinsam mit Dr. Erika Riemer-Noltenius und weiteren Unterstützerinnen hat die gelernte pädagogisch-psychologische Familienberaterin Anfang der 2000er-Jahre das Beginenhof-Modell in der Hansestadt Bremen ins Leben gerufen. Ihr Ziel: alleinstehenden Frauen und alleinerziehenden Müttern das wirtschaftlich unabhängige Zusammenleben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Das nach dem Ausbleiben von EU-Fördergeldern zwischenzeitlich in Schieflage geratene Projekt hat sich stabilisiert und besteht nun seit 14 Jahren. „Ich musste immer meine Stimme erheben“, sagt sie doppeldeutig. Viele der musikalischen Projekte sind bei Gimon zu Hause und mitten in der Natur entstanden. Zwei Gitarren, eine Ukulele, die die auf Hawaii lebende Tochter ihrer langjährigen Lebensgefährtin geschenkt hat, und eine elek-tronische Orgel beleben den Raum. Die kleine Stereo-Anlage fällt gar nicht auf, sie macht lieber selber Musik.

Vorbild Joan Baez

An den Wänden hängen viele Bilder, die die Sandhatterin in den vergangenen Jahren gemalt hat. Mit einem verbindet sie besondere Erinnerungen – das Bild zeigt die große Folksängerin Joan Baez. Gimon hat 1973 dieses Porträt mit zu einem Konzert im Hamburger Congress-Centrum genommen und von ihrem Vorbild signieren lassen. Sie hat es einfach so versucht, und es hat geklappt – diese kleine Geschichte sagt viel über ihren Charakter aus.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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